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Dibre Emeth · 1856-01-01 · 7-8 (1856) · page 12

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
12 (1856)
Issue
7-8 (1856)
Date
1856-01-01
Page
– (sequence 12)
Language
German
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108 seinen Lüsten fröhnen soll; also heraus aus der Bibel mit allen Zeugnissen, Geboten und Lehren, die gegen Hurerei, Ehebruch und alle Sünden der Unkeuschheit darin enthalten sind. WaS wird man da so „blöde" thun, und stch von eines „Priesters Munde" etwas vorschreiben lassen, waS dem „tiefen Fühlen des Herzens widerstrebt"! Nach der Lehre des Talmuds finden wir das auch ganz in der Ordnung, denn die Verfasser desselben waren in dieser Hinstcht nicht „blöde" und folgten dem „Fühlen" ihres „Herzens", ste kann man kühne Helden nennen. Das wird also eine Mission geben, die nicht nur zum Communismus und Socialismus, sondern wo möglich noch weiter führt. Ob wohl unser Harfensänger sich auch einbildet eine größere Weisheit zu besitzen, als der wegen seiner Weisheit berühmte Salomo? Es würde freilich nur ein „blöder Glaube" sein, wenn er so gering von stch dächte; Salomo kannte jedenfalls die Regel des Herrn Doctor im 19. Jahrhundert noch nicht, daß man nur das Herz fragt, „ob's widerstrebet nicht"; Salomo war noch in dem „blöden Glauben" befangen, daß er sagte: Wer sich auf sein Herz verläßt, ist ein Narr. — Wohl wissen wir, daß ein Narr mehr fragen kann, als zehn weise Doktoren beantworten; aber der gute Mann, der sich nun einmal „zu strenger Prüfung Schmerzen aufgerufen" weiß, erlaube uns doch noch eine Frage. In seinem 5. Gesänge hat er uns vorgesungen, daß Israel immer gerufen und erklärt habe: Wir hören und thun, haben sie am Sinai und bei all den Gelegenheiten, wo ste „kurz und hehr, fevermuthig" dies Wort ertönen ließen, auch dem „Aufruf zu strenger Prüfung Schmerzen" genügt, haben sie „das tieffühlende Herz gefragt, ob's widerstrebet nicht", oder huldigten sie da dem „blöden Glauben, der dunkelstem Geheimniß stch ergab", zumal ste nicht nur riefen: Wir hören und thun, sondern sogar: Wir thun und hören—? Den letzten Worten dieses Gesanges: „So laß sie streiten, Juda, herrschen, knechten — im Gottesfrieden ruht d ein Heiligthum; laß willig ihnen Glanz und Ruhm. — Weil dein der Fried! kommst du zu deinen Rechten, weil du den ganzen Menschen willst erreichen, kann nie dein Licht, dein strahlend Licht erbleichen!" — können wir nur den Wunsch beifügen : ach, daß es also wäre! Aber

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