Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 12 (1856)
- Issue
- 7-8 (1856)
- Date
- 1856-01-01
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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als solches auch in dem als Wahrheit stehen zu lassen, was ihm nicht gefällt, denn er dürfte wohl einmal noch herbere „Schmerzen", Schmerzen des Gewissens für solche Behandlung „des heiligen Gutes" zu erfahren haben. — Der Verfasser will nicht einen „blöden Glauben", der sich etwa Dinge aufbürden und Lehren einreden lasse, die über seinen Verstand gehen, also doch offenbar auch einen Gott, den sein Verstand begreift; einen Glauben, mit dem der prüfende Verstand und zugleich auch das Gefühl des Herzens in bestem Einklänge steht, denn er fingt: „In dir der Glaube giebt es den Geschlechtern: das prüft Verstand, ob's ihm nicht widerspricht, und fragt das Herz, ob's widerstrebet nicht, ob's wiederhallet von den treuen Wächtern, die ewig in des Busens Tiefen wachen." Kann es Vorkommen, daß Verstand, der „streng prüfende Verstand" und „tiefes Fühlen des Herzens" stch widersprechen? und was ist da zu lhun, welche der beiden richtenden Autoritäten entscheidet da? Wenn die Bibel etwas lehrt, was dem „tiefen Fühlen seines Herzens" widerspricht, so weist der Verfasser das von fich; wenn z. B. Gott das Zeugniß ablegt; Das Dichten des menschlichen Herzens ist böse von Jugend auf und immerdar, so kann „das Herz" doch wohl schwerlich anders, als einem solchen Zeugniß „widerstreben"; und darum muß nothwendig dieses Zeugniß gestrichen werden; denn eS würde nur einen „blöden Glauben" verrathen, wenn man sich da erst lange bedenken wollte. Was werden wir aber dann wohl von dem theuren Bibelbuche zuletzt als Wahrheit übrig behalten, wenn dieser Sänger mit seinen kühnen Glauben, mit seinem bis zu Schmerzen prüfenden Verstände zu Rathe sitzt und nun jedes Zeugntß von 1. Mosis 1 an bis Mal. 4, 6 nach der angegebenen Regel prüft und bei jedem Worte und Satze „fragt das Herz, ob's widerstrebet nicht" —? Es giebt aber außer diesem Harfenspieler noch viele andere, die vielleicht eben so gut, wenn nicht noch besser klingen und singen können, die auch noch ein fühlendes Herz haben, das sie fragen können, einen Verstand, der strenge prüfen kann, und einen „Glauben", der auch nicht „blöde" zu nennen ist. Und was dem Einen recht, ist dem Andern billig. Dem Hurer und Ehebrecher „widerstrebt" es gewiß in dem tiefsten Herzensgründe, daß er nicht