Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 12 (1856)
- Issue
- 7-8 (1856)
- Date
- 1856-01-01
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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106 Gottes, seine Herrlichkeit, dazu seine mächtige Hand und ausgereckten Arm. So fasset nun diese Worte zu Herzen und in eure Seele, und bindet sie zum Zeichen auf eure Hand, daß sie ein Denkmal vor euren Augen sein. Endlich finden wir noch 5. Mos. 32, 46 die Stelle: Nehmet zu Herzen alle Worte, die ich euch heute bezeuge, daß ihr euren Kindern befehlet, daß sie halten und thun alle Worte dieses Gesetzes. Es ist uns aber unmöglich in irgend einer dieser Stellen einen „Aufruf zu strenger Prüfung Schmerzen* zu finden. Ob'ein Anderer einen solchen Sinn darin erkennt, oder ob in einer andern Stelle eine so ernste und schwierige Aufforderung gestellt ist? Der Verfasser sagt freilich auch nicht, was geprüft werden soll; ob er unter dem „dunkelsten Geheimniß", das „des Priesters Mund zu sprechen liebt", die Lehre der Bibel versteht, oder ob er z. B. den talmudischen Satz: Wenn der Rabbi dir sagt, deine linke Hand ist die rechte, so bist Du verpflichtet es zu glauben, auch den „Schmerzen strenger Prüfung" unterworfen wird, ist die Frage. Jedenfalls scheint er große Furcht vor „Geheimnissen" zu haben. Wenn er im Folgenden sagt: „Doch dem Verstand auch nicht allein vertraut und seinem Witz hast du das heilige Gut", so möchte es scheinen, daß er die Bibel, d. h. das Alte Testament darunter versteht; denn dies ist es ja doch wohl nur, was das heilige Gut genannt werden kann, das Gott Israel anvertrauet hat. Daß fich der Verfasser wirklich den „Schmerzen strenger Prüfung" in Abficht auf die Bibel unterworfen hat, davon liefern die hier besprochenen Harfenklänge, leider, vielfache Beweise. Was wird er wohl von dem Herrn, dessen Wort er gehorsamlich so „strenge prüft", dereinst für einen Lohn für solche Mühwaltung und Uebernahme solcher Schmerzen erhalten? Wenigstens geht aus diesen Worten das Bekenntniß hervor, daß es ihm nicht leicht geworden ist solche „Harfenklänge" zu Tage zu fördern, sondern daß sie die Frucht einer sauren und mit „Schmerzen" verbundenen Arbeit sind, da so vieles Schlechte, das die Bibel von Israel erzählt, zu beseitigen und nur das Gute zu behalten war. Er hätte aber wahrlich besser gethan sich diese Schmerzen zu ersparen und das Wort Gotteö