Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 12 (1856)
- Issue
- 7-8 (1856)
- Date
- 1856-01-01
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2554541-2554669-2554674--02500-2558372- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
105 Jub-elschluß gefunden zu haben. Aber in Nr. 44 der Allgemeinen Zeitung des JudenthumS wird „die Sendung Israels" in einem zwölften Gesänge mit dem Motto: „Mein Antlitz soll vorangehen, und ich will dich zur Ruhe bringen. 2. Mos. 33, 14. Gepriesen sei der Ewige,, der Ruhe verliehen seinem Volke Israel. — 1. Kön. 8, 56." noch weiter besungen. Wir wollen den Verfasser in seinem Traum von „Juda's Ruhe" nicht stören, wenn er singt: „Ja, dir ward Rühe, heil'ger Freden, in deinem Heiligthum entbrennt kein Streit, der Seelen blut'ger Hast zu aller Zeit hat seiner Schwelle Majestät gemieden" —; er wird wohl aufwachen und dann sehen, ob die Wirklichkeit seiner Dichtung entspricht. ES will uns fast bedünken, als ob ein Doctvr, dem man doch einige Kenntniß der Geschichte zutrauen sollte, mit solchen Worten nur einen Spott treibe mit „der Ruhe Judas" und mit dem Mangel alles Sectengeistes und Sectenstreites. Wie dem aber auch sein möge, die Bibelstellen hätten wir jedenfalls gern näher bezeichnet gesehen, in welcher Gott Israel auffordert „zu strenger Prüfung Schmerzen ". Wir glaubten bisher, Gott habe in dem Reichthum seiner Gnade es dem Menschen in seiner Beschränktheit und bei seinem durch die Sünde verfinsterten Verstände leicht gemacht, daß er ihm eine Offenbarung gegeben, auf die wir uns verlassen können; nun aber hören wir, daß wir „zu den Schmerzen strenger Prüfung" verurtheilt sind. Er singt: Denn nicht der blöde Glaube ist dein Wollen, der dunkelstem Geheimniß sich ergiebt. weil es des Priesters Mund zu sprechen liebt, es einzukauen in des Geistes Stollen. —. Du riefst uns auf zu strenger Prüfung Schmerzen: „„Erkenn es heut und nimm eS wohl zu Herzen!"" Auf eine Bibelstelle deutet der Verfasser doch offenbar hin. 5. Mös. 6, 6 heißt es: Und diese Worte, die ich dir heute gebiete, sollst du zu Herzen nehmen; im 8. Cap. desselben Buches heißt cs V. 5: So erkennest du ja in deinem Herzen, daß der Herr, dein Gott, dich gezogen hat, wie ein Mann seinen Sohn ziehet. Wiederum lesen wir, 5. Mosis 11, 2. 18: Erkennet heute, das eure Kinder nicht wissen noch gesehen haben, nämlich die Züchtigung des Herrn, eures