Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 12 (1856)
- Issue
- 7-8 (1856)
- Date
- 1856-01-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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103 wenn die Geschichte der Jahrhunderte fortwährend das Gegentheil bezeugt, daß nämlich nicht nur Tyrannen sie ganz gehörig gefaßt, sondern auch das Wort Mosis sich unzählige Male bewahrheitet und erfüllt hat 3. Mos. 26, 27—36: Denen, die von euch überbleiben, will ich ein feig Herz machen in ihrer Feinde Land, daß sie soll ein rauschendes Blatt jagen, und sollen fliehen davorals jagte sie ein Schwert, und fallen, da sie Niemand jagt; und 5. Mos. 32, 30: „Wie geht es zu, daß Einer wird ihrer tausend jagen und zween werden zehntausend flüchtig machen? Ist es nicht also, daß sie ihr Fels verkauft hat, und der Herr hat sie übergeben? In welchem Sinne, ob in dem jubelnden des Verfassers in seinen Harfenklängrn, oder in dem klagenden und trauernden, wie die jüdischen Gemeinden in ihren Gebeten vor dem allwissenden Gott thun, man die Worte zu nehmen und zu verstehen habe: „So wir, der Urzeit Höh'n entstiegen, entsprungen bei der Palmen Wiegen, geschritten durch der Zeiten Kreise, in unsrer Satzung, unsrer Weise, die Gegenwart sieht uns voll Leben in aller Völker Mitte webenlaut zeugend: Gott ist's, der regiert und feste Bahn die Menschheit führt!" in welchem Sinne, ob in dem jubelnden oder klagenden diese Worte allein Wahrheit sein können, das ist nicht schwer zu entscheiden. Denn daß Israel „in aller Völker Mitte webend laut zeugt: Gott ist's, der regiert", wer kann das leugnen? Aber kann Israel diese Wahrheit mit Jubel und Frohlocken verkündigen, oder müssen sie es nicht, wenn es mit Worten geschehen soll, nur in dem bußfertigen Klageton thun, wie einst ein Daniel Kapitel 9, 5. rc. Wir haben gesündiget, Unrecht gethan, sind gottlos gewesen, und abtrünnig geworden, wir sind von deinen Geboten und Rechten gewichen. Du Herr, bist gerecht, wiraber müssen uns schämen, wie es denn jetzt gehet denen von Inda und denen von Jerusalem, und dem ganzen Israel, beide denen, die nahe und ferne sind in allen Ländern, dahin du uns verstoßen hast um ihrer Missethat willen, die