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Dibre Emeth · 1856-01-01 · 7-8 (1856) · page 5

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Journal
Dibre Emeth
Volume
12 (1856)
Issue
7-8 (1856)
Date
1856-01-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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101 fanatischen Talmudisten. Daß die Welt sich durch das Judenthum gebaut hat, um einmal bei diesem Ausdruck zu bleiben, wollen wir gar nicht bestreiten. Es giebt aber ein doppeltes Judenthum, ein Talmud- und ein Bibeljudenthum. Hat sich nun „die Welt die Gesellschaft gebaut" aus dem Talmudjudenthum oder aus dem Bibeljudenthum? Daß es aus dem Talmudjudenthum geschehen sei, wird nach dem Gesagten wohl schwerlich Jemand, der bei Sinnen ist, mit Ernst behaupten wollen; ist es aus dem Bibeljudenthum geschehen, dann sind wir mit dem Verfasser einig, nur ist es dann nicht „das Geröll und Gestein", welches der Verfasser meint, es sind nicht die ungläubigen in der Zerstreuung und Verbannung lebenden Juden, sondern der Theil derselben, der sich vor 1808 Jahren auf den ewigen Felsen Christum gründete, und also ist es das Christenthum, denn dies ist das biblische Judenthum. — Auf der andern Seite wissen wir auch und bekennen es mit Schmerz, daß das Christenthum in vielen Orten und Landen wieder in Verfall gerathen ist, und da sehen wir auch den andern Verfall, d. h. den Verfall der Bauten der Gesellschaft. Wir sagen also, mit dem Christenthum geht die Cultur der Völker, die Civilisation, die Bildung Hand in Hand. Bei dem Judenthum scheint aber der Verfasser keinen Verfall zu kennen, sondern nur ein immerwährendes Fortschreiten, wie wir schon in der Einleitung sahen; er kann also auch nicht sagen, daß, wenn hie und da Israel auf einer sehr niedrigen Stufe stehe, dies in Folge des Verfalls sei, da es solchen gar nicht giebt. Dabei möchten wir jedoch dem Verfasser noch die Frage vorlegen, wie er dann den bekannten Satz des Talmuds versteht und erklärt: „Wenn unsere Vorderen Engel waren, so sind wir Menschen; waren sie aber Menschen, so sind wir Esel" —? Der 11. Gesang ist ein Triumphlied, dessen Grundton ist: „Adonai jimloch!44 ®er Herr ist König! Da stimmen wir froh und freudig mit ein: Zions König herrscht und wird herrschen. „Laß flattern, Juda", beginnt der Dichter, „dein Panier laß wehen, hoch auf dem Berg, daß alle Völker sehen, laß weit im Wind die weißen Wimpel schlagen, von Land zu Land, von Meer zu Meer getragen!" Wir können natürlich bei diesem „Panier Judas" uns

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