Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 12 (1856)
- Issue
- 7-8 (1856)
- Date
- 1856-01-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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100 Stande gekommen? Spott bei Seite; aber wenn das des Verfassers Meinung ist, so möchten wir doch gern wissen, woher es kommtdaß an den Orten, wo „das Geröll und Gestein" Israels in großer Menge beisammen ist, unter ihnen selbst keine solchen stattlichen Bauten der Gesellschaft zu sehen sind, wie da, wo dieses „Geröll und Gestein" minder zahlreich zu finden ist? Hat der Verfasser noch weiter Nichts gesehen als seine nächste Umgebung , so nehme er doch einmal seine Harfe in die Hand, „schreite durch die Länder", wandere nach Polen, besuche in Warschau die Franziskaner Gasse und Umgegend, oder das Judenviertel in Amsterdam oder Petty roat lane in London und singe uns dann ein Lied zu seinen Harsenklängen, vielleicht wird das einen andern Ton anstimmen. Wenn er aber mit seiner Harfe so „durch die Länder schreitet" und die fremden Welttheile besucht, so dürste er da, wo er Christenthum findet, wenn er anders nicht als ein blinder Harfenspieler, deren es leider viele giebt, wandert, etwas Anders sehen, da dürfte er finden, daß diese lebendigen Steine Bauten aufführen, wie sie vorher nicht zu sehen waren, wie Menschenfresser gesittet und gebildet, wie aus den rohsten und wildesten Völkern civilisirte Leute werden. Wem haben denn die gebildeten Juden in Deutschland, Frankreich, Holland, England n. s. w. ihre Bildung zu verdanken? Haben sie dieselben auf jüdischen Hochschulen erlernt? Wenn die noch in tiefem Aberglauben versunkenen, fanatischen Juden in Polen wähnen und vorgeben, der Talmud sei der rechte Lehrmeister der Astronomie, der Medizin, der Schifffahrt u. s. w>, so werden die deutschen rabbinischen Doctoren der Gelehrsamkeit jedenfalls nicht minder über einen solchen Wahn lächeln wie die Christen, und jene fanatischen Talmudverehrer nehmen in Krankheiten merkwürdiger Weise nicht ihre Zuflucht zu Talmudgelehrten, sondern suchen Hilfe bei christlichen Aerzten, oder solchen jüdischen, die ihre Medizin nicht aus dem Talmud geschöpft, sondern auf christlichen Schulen erlernt haben. Wenn aber nun ein solcher deutscher rabbinischer Doctor singt; „Die Welt hat sich aus dem Geröll und Gestein Israels die Gesellschaft gebaut", so klingt das um so jämmerlicher, weil man von einem Herrn Doctor doch etwas Vernünftigeres erwartet, alö von einem