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Dibre Emeth · 1856-01-01 · 5-6 (1856) · page 26

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
12 (1856)
Issue
5-6 (1856)
Date
1856-01-01
Page
– (sequence 26)
Language
German
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90 wolle eine Zeitschrift sein, der „die konservativen Grundsätze des Judenthumö" vertheidige und aufrecht zu halten suche und werde von „einer Gesellschaft wissenschaftlicher Männer" geschrieben. Ist dies Verfahren wissenschaftlich und eingehend auf die alten Lehren des Judenthuinö? Der mit solcher Leichtigkeit abgefertigte zweite Psalm wird im Bcreöchit Rabba und im Midrasch Thehilim als vollständig messianisch erklärt und ganz besonders weitläufig auf Vers 7 und 12. Rabbi Saadias Gaon in seiner Erklärung von Daniel 7, 13 führt diese Verse 7 und 12 des besagten Psalms als messianisch an. Ohne noch andere berühmte Rabbinen zu nenne», die Alle diesen Psalm mesfianisch erklären, möge hier nur ein Wort von R a sch i erwähnt werden. Er beginnt die Erklärung des Psalms also: iyom »abi n'vvn by pjyn ns wn «»nm : iosv m by nmaS | wr cprcn „Unsere Rabbinen haben diesen Psalm auf den Messias ausgelegt, aber nach dem Wortverstand und um die Ketzer zu widerlegen ist es besser, ihn auf David selbst zu beziehen." Ein orthodoxer rabbinischer Jsraelite sollte nicht fiüchtig die traditionelle Erklärung einer Bibelstelle aufgeben, ohne auch seine Gründe anzugeben. Raschi gesteht es ein: er wolle deßhalb den zweiten Psalm anders als die früher» Rabbinen erklären: weil dieß ihm mehr Zusage in seiner Polemik gegen die Christen. Damit aber gesteht er stillschweigend die Messtanität deS PsalmeS ein und zugleich, daß er bei Erklärung desselben sich von Vorurtheilen habe leiten und bestimmen lassen. Er aber widerspricht sich selbst; denn im Talmud Traktat Sukkah52u, lesen wir: „Die Rabbiner lehren, daß der Messias, der Sohn Davids kommen wird, und möge er bald erscheinen in unfern Tagen; zu ihm sagt Gott, der Hochgelobte, heische von mir etwas, und ich werde es dir geben, wie geschrieben steht: Ich will zur Satzung verkündigen, daß der HErr zu mir gesagt hat: Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeuget und wiederum: heische vqn mir, so will ich dir die Heiden zum Erbe und der Welt Ende zum Eigenthum geben." Raschi macht dazu folgende Anmerkung:

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