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Dibre Emeth · 1856-01-01 · 5-6 (1856) · page 22

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
12 (1856)
Issue
5-6 (1856)
Date
1856-01-01
Page
– (sequence 22)
Language
German
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86 und dem ganzen Israel unrecht, und diejenigen unter ihnen, die den Götzen dienten, waren nicht von Israel, sondern wie der Talmud lehrt, von dem Ereb rab, waren das aus Egypten mitgelaufene Pöbelvolk!? Gilt dem Verfasser der Talmud für ein solches heiliges und untrügliches Zeugniß, dann meinen wir, ist er selbst ein Götzendiener, der einen viel schimpflicheren und ungestalteteren Götzen hat, als der Sperberkopf Osiris und der Katze bärtiges Haupt ist. Wenn aber Israel auch in unfern Tagen keinen heidnischen Götzendienst hat und treibt, wie ehemals, den wahren und lebendigen Gott hat eS jedenfalls nicht, sondern wir sehen nur mit Sehnsucht und Verlangen, mit Bitten und Flehen der verheißenen Zeit entgegen, wo sie dies erkennend sich bekehren und den Herrn ihren Gott, und ihren König David suchen werden. Hos. 3, 5. — „ Kommst du drum nach einem Lande, Pilgrim, schau nur auf die Söhne Judas, ob gebeugt im Joche, oder ausrecht, eignen Willens, weißt dann, welcher Geist hier thront". So singt der Verfasser weiter. Wir meinen, ein jeder „Pilgrim", er sei wer er wolle, der die Jahrhunderte und Jahrtausende durchwandert, mit diesen Harfenklängen in der Hand, und das in denselben geschilderte Volk offenen Auges mit dem vergleicht, was ihm in der biblischen Geschichte, oder in der profanen Weltgeschichte beschrieben wird, wird nach solcher Wanderung sagen müssen, daß er den Geist nicht findet, der nach dem Gesänge der Harfenklänge da thronen soll. Bei keinem der Propheten können wir die Jubellieder über Israels „Glaubenstreue" finden, die der Dichter ihm zuschreibt, und so sehr sie sich auch seit der babylonischen Gefangenschaft gegen allen Götzendienst gesträubt haben, so können wir doch nicht sagen, daß wahre „Glaubenstreue" im biblischen Sinne des Wortes bei ihnen wäre, denn sie sind seit 1800 Jahren im Abfall von Gott und in der Empörung gegen ihn, leben in der zwiefachen Sünde, die schon Jeremias rügt: Mein Volk thut eine zwiefache Sünde: Mich, die lebendige Quelle verlassen sie und machen ihnen ausgehauene Brunnen, die doch löchricht sind und kein Wasser geben. Jer. 2, 13. Alle Propheten ohne Ausnahme singen vielmehr nur Klagelieder, jammern und weinen

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