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Dibre Emeth · 1856-01-01 · 5-6 (1856) · page 21

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
12 (1856)
Issue
5-6 (1856)
Date
1856-01-01
Page
– (sequence 21)
Language
German
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85 ches Glaubens sie auch sind, gleichen Antheil an Gott besitzen, in welcher er sie Alle an einem Baum des Lebens reifen und Alle zu der Unsterblichen Sitzen kommen ließ, zu Ende; er sieht sich von Pharaonen umgeben, er sieht „die schwarze Fahne wehen", die Israel den Tod droht, aber glücklich für ihn, es kommt anders, denn „zum Tode bringt die Pharaonen alle Judas Hirt im Meeresgründe, doch die Glaubensfreiheit lebt". Und dazu, fährt der Verf. fort, „Dazu sind wir um die Erde wie ein Gürtel rings gelegt, dazu unsre Wacht am Südcap aufgestellt wie in Sibirien, daß wir uns vorm schwarzen Stiere Apis nimmer opfernd beugen, nicht vorm Sperberkopf Osiris und der Katze bärtgem Haupte, daß wir lieber Knechtschaft dulden und den Tod in Stromeswellen, bis im tiefen Meeresgründe findet Pharao das Grab". Wenn der Verfasser bloß von der Zeit singen wollte, die Israel seit der Rückkehr aus Babylon durchlebt hat, so würden und müßten wir ihm beistimmen, daß die Völker Israel hart und grausam gedrängt haben, dies Volk aber sich seit jener Zeit keinem Götzendienst ergeben habe; aber er geht mit seinem Gesänge bis in die Zeit hinauf, wo Israel in Egyptens Knechtschaft schmachtete, und singt, daß von jener Zeit an sich Israel nie und nimmer dem scheußlichen Götzendienst eines Volkes ergeben, sondern lieber Knechtschaft und Tod erduldet habe. Daß es Einzelne in Israel gab, bald mehr bald weniger, die dem Herrn treu blieben, fällt uns natürlich nicht ein zu leugnen, der Herr hatte auch in den allertraurigsten Zeiten, wie zur Zeit Elias, sein Häuflein. Aber wenn der Dichter Israel als Volk besingt, und als Volk von ihm sagt, es habe sich des Götzendienstes nicht schuldig gemacht, so ist das eine solche Lüge, daß wir keinen Namen wissen, um die Frechheit einer solchen Lügenstirn zu bezeichnen. Mit Recht beschreibt der Verfasser die Götzen, die sich die Heiden gemacht haben, höchst spöttisch, aber gab es denn etwa eine Art Götzendienst, dessen <^cheuslichkeit und Gräßlichkeit Israel zurückgeschreckt hätte, um sich nicht mit demselben zu verunreinigen? Wahrlich, die Bibel giebt Zeugniß über Zeugniß, daß Israel wohl noch ärgern und greulichern Götzen gedient hat, als „dem Sperberkopf Osiris und der Katze bärtgem Haupte!" Oder vielleicht thuu wir dem Dichter

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