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Dibre Emeth · 1856-01-01 · 5-6 (1856) · page 17

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
12 (1856)
Issue
5-6 (1856)
Date
1856-01-01
Page
– (sequence 17)
Language
German
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81 ten: Höre Israel, der Herr unser Gott ist ein einiger Gott, noch in der Bibel steht, für nichtige leere Worte, für bloFen Ballast halten, den wir eben so gut entbehren und über Bord werfen könnten, sondern es ist uns das ganze Wort Gottes wirklich Gotteswort, und daher ein jeder Ausspruch von gleicher Wichtigkeit. Ein Mann, den die Juden selbst für einen Gerechten erklärten, sagte und schrieb zu seiner Zeit: Du glaubest, daß ein einiger Gott ist; du thust wohl daran; die Teufel glauben es auch und zittern. Jac. 2,19. So erfuhr es auch Israel am Sinai. Aber wenn unsre heutigen Juden die Lehre von Gott, wie sie nicht nur in Mose und in den Propheten, sondern selbst in ihren eigenen rabbinischen Schriften enthalten ist, nicht glauben wollen: so trifft der Vorwurf einer neuen Lehre in diesem Stücke nicht uns Christen, sondern lediglich solche Juden, die eben jene alten Zeugnisse verwerfen und eine neue nach dem gegenwärtigen Geschmack aufgestellt haben. Der siebente Gesang besingt „das Recht" der Juden und prophezeit den Völkern, was sie treffen wird, wenn sie nicht Israel gleiches Recht einräumen wollen. Ueber diesen Gegenstand haben sich die „Dibre Emeth" in dem Artikel: Zur jüdischen Toleranz, in dem letzten Heft 1855 ausgesprochen. In dem achten Gesänge wird ein Lied der Liebe geleiert, das wieder weder mit der Bibel noch mit dem Talmud übereinstimmt, sondern es ist die fade, abgeschmackte, lieblose Liebe, wie sie von Leuten besungen und gerühmt werden kann, denen eine jede Religion gleich gut ist, und die daher gar keine haben. „„Liebe"", heißt es hier, „„wie du dich liebst, den Nächsten!"" „nicht mehr und nicht minder. Schau, sie Alle an Gott den gleichen Antheil besitzen, Alle, weß Glaubens sie seien, zu der Unsterblichen Sitzen kommen, des göttlichen Spruches harrend ob dem was sie thaten, Allen klopfet das Herz, von gleichen Schmerzen berathen, Allen dieselbigen Kämpfe, selbige NFthen und Freuden, Allen ein Kommen, ein flüchtiges Sein und ein baldiges Scheiden. Ach nicht Haß sollt sie trennen, sondern Liebe vereinen, daß sie wie ein Geschlecht voll süßen Friedens erschienen. — Alle sind Gottes, und wurden was sein Rathschluß beschieden, nicht nach Satzung und Grenzen seiner Dibre Emeth 186«. 6

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