Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 12 (1856)
- Issue
- 5-6 (1856)
- Date
- 1856-01-01
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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79 Meilen großen Berg wie einen Trichter über Israel hielt und sie fragte, ob sie das Gesetz annehmen wollten oder nicht. In der Angst also, Gott lasse den Berg auf sie fallen, wenn sie mit Nein antworten würden, schrieen sie „kurz": Wir thun und hören. Ob dann aber das ein „hehres" Schreien gewesen sei? — „In Moabs Gefilden", wo, wie 4. Mos. 25 erzählt wird, das Volk anhob zu huren mit der Moabiter Töchtern und Israel sich hängte an den Baal Peor, und 24,000 an der Plage getödtet wurden, da singt unser Dichter, rief Israel mit Einem Munde: „Wir hören und thun". Auf Carmel, wo Elias wegen des allgemeinen Abfalls Israels zum Götzendienst die 450 Propheten Baals und die 400 Propheten des Hains nebst dem ganzen Israel versammelt und sie fragt: Wie lange hinket ihr auf beiden Seiten? da weiß der Dichter auch keinen Makel an Israel zu finden; ihm genügt, daß Israel, wie er singt, schrie: „Der Ewige ist Gott! Der Ewige ist Gott! Wir hören und thun!" Daß Israels Sünden und greulicher Götzendienst sie in die babylonische Gefangenschaft gebracht, davon weiß der Dichter nichts, und kurz bis auf den heutigen Tag hört er nur immer und überall Israel zur Bestätigung, daß sie ihren Schwur gehalten, die Worte: „Wir hören und thun", rufen. Hat unser Dichter recht, hat er die Wahrheit gesungen, nun dann sind alle Propheten, die bis auf den heutigen Tag als wahre Propheten Gottes gegolten haben, von Mose an bis auf den letzten, falsche Propheten gewesen, und darum auch wehe ihnen, daß sie ein so gehorsames Volk, wie Israel „ewig" war, so ungerechter Weise gestraft; wehe ihnen, daß sie ein so gottergebenes Volk so brandmarken konnten, als wäre es ein halsstarriges, ungehorsames! Wie kann ein Moses sich unterstehen und sagen: ich kenne deinen Ungehorsam und Halsstarrigkeit? 5. Mos. 31 ,,27. Wie darf ein Jesaias es wagen und Israel so beschimpfen, daß er es mit Ochsen und Eseln, mit Sodom und Gomorra vergleicht, Jes. 1, da doch der Sänger im 19. Jahrhundert Israel „mit Feuermuth und ihre Rechte erhoben schwörend" schreien hört: „„Wir von Abrahams Geschlechte, Herr, wir hören und wir thun"" —? Wahrlich, das ist ein großer Geist, der durch das Zeugniß von Gottesmännern, wie