Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 12 (1856)
- Issue
- 5-6 (1856)
- Date
- 1856-01-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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76 liest, es lautet: „Und ob den Strom sie bannen, und Joch um Joch ihm baun, mit Schlamm ihm und Gerolle die Wasser schmutzig staun — er breitet reichen Segen durch all die Völker aus, darauf (worauf? auf dem Strome? dann ist wahrlich der Grund noch ärger als Sand, wenn er Wasser ist!) beruh'» die Staaten, darauf das stille Haus; was er der Welt gegeben und was er stets ihr giebt, es stützt und hält und tröstet, es bindet, opfert, liebt. Aus mächtgem Fels gekommen, durch düstres Thal gedrängt, bis es der ganzen Menschheit Gebiet durchströmt und tränkt." Im vierten Gesänge läßt der Dichter „ am Schöpfungsmorgen unsrer Erde aller Völker Ahnen" vor „des Ewgen Thron erscheinen" um „hier zu empfangen aus des Herren Händen Jedweder des bestimmten Thuns Geheiß". Unterdessen stand Abraham „abseits vom Kreis und still gewärtig", was er empfangen werde. „Die Helden ziehn mit ihren Gaben verachtend bei ihm vorbei, schon zürnend, daß er unter ihnen sei". Da spricht der Herr zu ihm: „Da du aller Herrschaft hast entsagt und aller Menschenherrlichkeit, was soll es sein, das in des Lebens Streit dein allzu hoher Muth erjagt?" Und „Abraham betet leis' und betet immer wieder: Nichts, Herr, als dich laß mich bekennen, mein ganzes Volk nach deinem Namen nennen, die Wahrheit laß mich in der Welt verkünden, das rechte Wort für Recht und Liebe finden. — Dein Bote sei ich und kein andrer, und war es auch als ewger Wandrer," Der Herr stellt ihm wiederholentlich die Schwierigkeit des Berufes vor, aber Abraham verharrt eben so wiederholentlich bei der Bitte: „Laß mich dein Bote sein und keinen andern, und müßt ich ewig als Verbannter wandern. Dein Zeuge sei ich und kein andrer und sei's als stets verhöhnter Wandrer". Wohl sagt sich Abraham: >,Man wird im hundertsten Geschlechte mich noch erniedrigen zum Knechte; man wird mein Wort und meine Lehre nehmen und meines Namens sich noch schämen; vermag man mein nicht zu entbehren, wird man noch immer mich entehren. Wohl weiß ich es, wem viel gegeben, dem ist das Irren allzu leicht, und jedem Makel wird geneigt ein dauernd Schmachwort man erheben, und jedem Fehltritt folgen Fluch durch der Jahrhundert langen Zug. Doch innen in des Herzens