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Dibre Emeth · 1856-01-01 · 3-4 (1856) · page 24

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
12 (1856)
Issue
3-4 (1856)
Date
1856-01-01
Page
– (sequence 24)
Language
German
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86 Unterrichten gleichzeitig in sich, daß wir sie wegen ihrer tiefen Armuth erhalten müssen, und daher kommt unsere immer wiedelkehrende Bedrängniß wegen der Unzulänglichkeit unsrer Mittel. Unter solchen Umständen finden wir es nicht schwer, die Meldung derer zurückzuweisen, von denen wir guten Grund zu glauben haben, daß ihre Beweggründe nicht aufrichtig sind; aber da sind Andre, welche ganz den Anschein haben, daß sie aufrichtig die Wahrheit und den Weg des Heils suchen, in Bezug auf welche unsre Zweifel hauptsächlich aus unsrer Erfahrung mit Andern oder aus ihrem tiefen äußeren Elende sich erhoben. Darin liegt nun etwas Schmerzliches, denn es erscheint ungerecht und grausam, Jemandes Aufrichtigkeit zu bezweifeln nur oder hauptsächlich wegen seiner Armuth. Und doch ist es gerade unter solchen Gefühlen, daß wir fortwährend aufgefordert sind, zu entscheiden und zu handeln. Was uns in den meisten Fällen von dieser Beängstigung befreit, ist der Stand unseres Unterstützungs - Fonds. Vor einigen Wochen z. B. meldeten sich ein Mann und eine Frau, welche allem Anschein nach aufrichtig bekannten, sie glauben, daß Jesus der Messias fei j da wir aber keine Mittel zu ihrer und ihrer Kinder Erhaltung besaßen und sie in Folge dessen nicht annehmen konnten, was dasselbe war als sie zurück zu den Juden schicken, den Namen Christi zu lästern, so bot ich ihnen Unterstützung an. Da ich sah, daß sie ihre vier Kinder in unsre Schule zu schicken wünschten, so nahm ich sie auf. Sie nahmen die Hülfe dankbar an und empfangen nun christlichen Unterricht. Einer der augenscheinlichsten Erfolge der Mission und dessen, was sie für das zeitliche Wohl der Juden thun kann, ist der, daß sie ihre Vorurtheile ablegen, und ich glaube, daß unsre hauptsächlichste Pflicht darin besteht, die Masse des Volkes dadurch für die zukünftige Aufnahme des Evangeliums vorzubereiten, daß wir ihnen die Hindernisse aus dem Wege räumen. Dies, nämlich die Hindernisse wegräumen und Christum und Sein Heil anbieten, ist Alles, was wir thun können; die Bekehrung des Herzens und dessen Erneuerung zum Leben ist das Werk Gottes selbst, welches, wie wir hoffen, Er je mehr und mehr ausrichten wird in Erhörung unserer Gebete.

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