Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 12 (1856)
- Issue
- 3-4 (1856)
- Date
- 1856-01-01
- Page
- – (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Zustand unserer Gemeinde und der verschiedenen Institute, durch welche wir uns bestreben Gutes zu thun und die Erkenntniß der Wahrheit zu verbreiten, als das Hospital, das Industrie-, Pilgrim- und Diakonissen-Haus rc. ist beinahe derselbe als im letzten Jahre. Der öffentliche Gottesdienst in der Kirche mit dem einfacheren Gottesdienste im Schulhguse und an einem anderen Orte, wo das Evangelium lauter gepredigt wird in fünfSprachen, nämlich hebräisch, englisch, deutsch, spanisch und arabisch — ist regelmäßig und ohne Unterbrechung gehalten worden, und wie ich letztes Jahr bemerkte, wenn regelmäßiges Theilnehmen am Gottesdienste und Sakramente ein untrügliches Zeichen geistigen Gedeihens wäre, so könnte ich wohl sagen, daß wenige Gemeinden in einem blühenderen Zustande wären, als die unsrigen, und dennoch muß ich wiederum öffentlich den Mangel geistigen Lebens und Gleichgesinntseins mit Christo bei vielen Gliedern unserer Gemeinde beklagen, welches ich um so mehr fühle, als ein solcher Zustand geeignet ist, die Fortschritte der jüngeren Proselyten aufzuhalten, da letztere zu denken geneigt sind, daß Alles wohl stehe, wenn sie nur den älteren ähnlich werden. Betet um eine neue Ausgießung des heiligen Geistes auf uns Alle! Der Krieg und das Kriegsgeschrei in der Ferne, die Ruhestörungen in vielen Theilen des Landes und andre Umstände, scheinen die religiöse Bewegung, welche in vielen Kirchen dieses Landes eristirten, großentheils aufgehalten zu haben. Und unsre kleinen eingebornen Gemeinden sind an Zahl beinahe dieselben geblieben. Ich wünschte, daß ich sagen könnte, sie haben zugenommen an Gnade und geistigem Leben; ich befürchte aber, ich kann dies nur von einigen Individuen behaupten. Doch besuchen die meisten unserer eingeborenen Protestanten den Gottesdienst regelmäßig, machen Fortschritte in der Erkenntniß des Wortes Gottes und führen einen ordentlichen Lebenswandel. Obgleich ich nun bitte, daß Gott den Geist des Lebens auf sie ausgießen wolle, so kann ich doch kaum erwarten, wenn ich den Zustand weltlicher Bedrückung und geistiger Fesseln betrachte, in welchen sie so lange gehalten worden