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Dibre Emeth · 1856-01-01 · 3-4 (1856) · page 22

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
12 (1856)
Issue
3-4 (1856)
Date
1856-01-01
Page
– (sequence 22)
Language
German
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54 und Industrie-Schulen, Land anzukaufen in der Absicht, die Juden durch^lckerbau zu unterstützen — daß diese Pläne die besten sind, welche Menschen entwerfen können — und doch fürchte ich, alles dies wird vergeblich sein, im Allgemeinen irgend eine merkliche Verbesserung des Zustandes der Juden in Palästina hervorzubringen, weil unter ihnen ein Strom von Gottlosigkeit (ich meine Entfremdung vom wahren Gott) und von bewußter und unbewußter (als solcher) Unsittlichkeit vorhanden ist, welcher allen Segen, der für sie bestimmt wird, zu verschlingen droht. Ich fühle es mehr und mehr, daß es die Pflicht aller Gläubigen ist, ihr Aeußerstes zu thun, um diesen Zerstreuten Israels zu helfen in ihrem tiefen Elende, nicht, weil ste es verdienen (obgleich, menschlich gesprochen, es viele Individuen giebt, welche unsrer Liebe und Theilnahme werth sind), sondern weil sie hülfsbedürftig und wir in vielen Beziehungen ihre Schuldner sind. Doch Alles, was wir thun können, ist, ihre Leiden zu lindern; glücklich können wir sie nicht machen, denn es ist ersichtlich der Wille Gottes, daß sie sich so lange unglücklich fühlen sollen, als sie Ihn verwerfen in der Person Jesu von Nazareth. Der Besuch Sir Moses Montefiore's hat noch eine andre Wirkung gehabt, geeignet manchen armen Juden zur Verzweiflung zu bringen. Es haben nämlich eine große Anzahl Juden Freunde und Verwandte in der Ferne, welche in früheren Jahren gewohnt waren, ihnen kleine Geld-Summen zu schicken; da sie aber dieses Jahr in den Zeitungen von den großen Summen lasen, welche Sir Moses nach Palästina brachte, so schickten sie ihnen anstatt der üblichen Anweisungen Nichts als Glückwünsche, in Veranlassung des Besuchs Sir Mose'S. Es war erst kürzlich, daß mehrere Juden kamen, um mir solche Glückwunschschreiben zu zeigen, ich kann nicht sagen mit Thränen in ihren Augen, aber mit einem Ausdruck von Verzweiflung, um Brot bittend für ihre Kleinen. Dies ist der Zustand der Juden, jetzt, da die Lebensmittel beinahe drei mal so theuer sind, als vor vier oder fünf Jahren und mit dem Winter vor sich, in welchem aller Wahrscheinlichkeit nach die Preise noch viel höher steigen werden.

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