Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 12 (1856)
- Issue
- 3-4 (1856)
- Date
- 1856-01-01
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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83 ich kenne einige arme Familien, welche all ihr Weniges in der festen Ueberzeugung verausgabten, daß Sir Moses es ihnen vielfältig wieder einbringen würde. Wie groß war nun aber ihre Ueberraschung, als er ankam, ihn erklären zu hören, daß er diesmal nicht gekommen sei, wie bei früheren Gelegenheiten, um Almosen oder Geld unter sie zu vertheilen, sondern in der Absicht, Institute zu gründen, Land anzukaufen rc. rc., um ihnen so die Mittel zu geben, später ihren Lebensunterhalt sich zu verdienen. „Es ist für hsute", sagten sie alle mit wenigen Ausnahmen, „daß wir Hülfe brauchen für uns und unsre Kinder." Wie dem nun auch war, Sir Moses bot Vielen das Geld zu einem Paar Ochsen an, unter der Bedingung, daß sie daS Land bearbeitenwollten. Einige nahmen es an, aber der größte Theil soll das Anerbieten zurückgewiesen haben; vielleicht nicht, in manchen Fällen, weil sie nicht arbeiten wollten, sondern weil sie es nicht verstanden. Und als nun die große Masse sah, daß Sir Moses weder ihre Bittschriften um Unterstützung lesen wollte, noch ihnen erlaubte, sich ihm zu nähern um zu betteln — da schien auf fast allen Gesichtern Verzweiflung sich gelagert zu haben. Als einer von ihnen geschlagen und in das Gefängniß geworfen worden war, weil er zu tobend Almosen verlangt hatte, fingen viele Juden an, Vergleiche zwischen Sir Moses und den Missionaren anzustellen. „Wenn die Missionare uns nicht helfen können", sagten sie, „so hören sie wenigstens geduldig unsre Klagen an, aber Sir Moses will uns nicht einmal anhören." Gewiß muß die Lage des Sir Moses sehr schlimm gewesen sein; denn er konnte nicht umhin, in den Zügen von Hunderten seiner Brüder nach dem Fleische das Elend und sogar den Hunger zu lesen und doch war das Geld, welches er mitgebracht hatte, nicht zu ihrer unmittelbaren Unterstützung bestimmt, und außerdem wußte er auf Grund früherer Erfahrungen, daß auch, wenn er all sein Geld unter sie vertheilt hätte, es ihnen doch nur für den jetzigen Augenblick eine Abhülfe gewesen wäre. Ich zweifle nicht, daß Sir Moses die besten Absichten hat und seine Pläne, ein Hospital für die Bedürftigsten und eins für die Kranken zu errichten, sowie Schulen für Kinder beiderlei Geschlechts