Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 12 (1856)
- Issue
- 3-4 (1856)
- Date
- 1856-01-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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45 geistlichen Hause als die lebendigen Steine; denn wo Leben soll ausgehen, da muß zuerst Leben sein, und wo nicht auf dem lebendigen Steine auch lebendige Steine erbaut sind, da kann der schöne Glanz nicht ausgehen von Zion. Aber daß man sich baue, daß man sich durch den heiligen Geist erbauen lasse, daß man nicht zu den Bauleuten gehöre, die den Eckstein verworfen haben, sondern sich ganz dem Bauherrn zu eigen ergiebt, daß er aus uns Etwas mache zum Lobe seiner herrlichen Gnade: das ist nicht so leicht, wie es sich Viele lassen dünken. Von der ersten Gemeine zu Jerusalem steht geschrieben: sie erbauten sich und wandelten in der Furcht Gottes und wurden erfüllt mit dem Tröste des heiligen Geistes. (Apostelgesch. 8, 31.) Da höre ich von Vielen sagen: ich erbaue mich gern, ich höre das Wort Gottes, wo ich es vernehmen kann und nehme es auch an mit sanstmüthigem Geiste; bin ich nicht erbaut und erbaue ich mich nicht auf dem lebendigen Steine? O mit Nichten; denn es wird ein Spiel getrieben mit dem Worte: sich erbauen, und es wird viel Spreu, die verbrennen wird an jenem Tage auf diesen lebendigen Fels erbaut. Nicht ist es genug, daß du fromme, christliche Gefühle hast und einige Gott wohlgefällige Gedanken, daß, wenn das Wort Gottes an dein Herz anklingt, du eine Empfindung von der Nähe des lebendigen Gottes hast; sondern, wenn wir uns recht erbauen wollen, müssen wir hineingesenket sein in den ewigen FelS des Heils, verborgen in sein Leben, Alles von uns abgethan haben und wissen, Jesus Christus, trägt mich armen elenden, verlornen und verdammten Sünder, trägt mich in Kraft seiner Wunden, seines Versöhnungstodes und in Kraft seiner Auferstehung. Indem er uns also trägt, gehen auf uns über die Ströme lebendigen Wassers, und der Stein, der todt an sich selber war, wird lebendig aus den Wunden Jesu und die Liebe des Sohnes, sie strömt mit der Liebe des Vaters in das arme Sünderherz, daß es selbst ein lebendiger Stein wird, durch welchen wieder Andere zum Glauben mögen gebracht werden. „Denn also," spricht Gregorius, „erbaut sich die Kirche Christi, daß, sowohl ein Stein den andern trägt, als einer vom andern getragen wird:"