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Dibre Emeth · 1856-01-01 · 1-2 (1856) · page 30

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
12 (1856)
Issue
1-2 (1856)
Date
1856-01-01
Page
– (sequence 30)
Language
German
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30 diese Weise viele Juden im Osten zur Kirche Christi kommen, wenn viele freudig jedes theure Band auflösen und alle irdischen Besihthümer um Christi und des Evangeliums willen hingeben, entsteht da nicht die natürliche Frage: was soll der thun, der alles unter dem Kreuze Christi geopfert hat, bei wem soll er wohnen? wie soll er unterrichtet werden? und woher soll er die nöthigcn Mittel seines Unterhalts nehmen? Er kommt zum Missionar, der Missionar bedauert und bemitleidet ihn, er tröstet ihn mit dem Trost des Wortes Gottes, er speiset ihn einige Tage und giebt ihm auch wohl eine Unterstützung an Geld; das ist aber auch Alles, was er thun kann. Der arme Israelit, ausgesetzt den Stößen der Welt und der drückenden Noth der Armuth, wird irre in seiner christlichen Laufbahn und fällt nicht selten als eine Beute der Versuchungen, die ihm von denen bereitet werden, von denen er sich losgesagt hatte. Andere bewähren sich besser, sie haben die Stimme des guten Hirten, der zu ihren Gewissen redet, vernommen, und sie sind bereit Spott, Verachtung, Armuth, und selbst den Tod um Christi willen zu erdulden; aber man sollte solche Festigkeit und Entschiedenheit nicht auf die Probe stellen, denn wir wissen ja, daß der Geist oft willig sein kann, das Fleisch aber schwach ist; der Wunsch kann vorhanden sein, und doch die Kraft fehlen, den ernsten Entschluß auszuführen. — Jerusalem. Herr Prediger Nikolayson schreibt: Als ich meinen letzten Bericht abschickte, war Sir Moses Montefiore noch hier. Der Zweck seiner Maßregeln, nämlich unfern Einfluß auf die Juden zu verhindern, war offenbar, und wurde ausdrücklich von ihm ausgesprochen. Diese Maßregeln schienen jedoch damals die entgegengesetzte Wirkung zu haben, nicht nur indem sie Juden aus allen Theilen des Landes in Berührung (und zwar in sehr freundliche) mit uns brachten und uns so mehr als gewöhnliche Gelegenheit zum Verkehr mit ihnen (den sie selbst suchen) gaben; sondern auch indem sie diesem Verkehr ein auf ihrer Seite eigenthümliches Interesse verliehen, und uns so zu besondern Beweisen der Wahrheit Veranlassung gaben, denen sie ihre ungewöhnliche Aufmerksamkeit schenkten.

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