Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 12 (1856)
- Issue
- 1-2 (1856)
- Date
- 1856-01-01
- Page
- – (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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29 druck von der Wahrheit des Evangeliums erhalten und nun ein ernstliches Verlangen hat, weiter unterrichtet und in die christliche Kirche ausgenommen zu werden. Wenn seine Verwandten seine religiösen Gesinnungen ersahren, werden sie ihn zwar nicht ohne Weiteres einkerkern, weil das Aufsehen erregen und Schande auf sie bringen würde; aber die Rabbinen fordern ihn auf, sich vor ihnen zu stellen, und durch Versprechungen und Drohungen, durch Fluchen und Bitten bemühen sie sich, ihn von seinem Vorhaben abzubringen. Der arme Mensch weiß, was für traurige Aussichten seiner in der Zukunft warten, und er steht die große Kluft, die sich zwischen ihm und denjenigen öffnet, die sein Glück in Händen haben. Aber sein Herz ist von dem Geiste GotteS ergriffen worden, und keine zeitliche Rücksicht kann seinen Glauben wankend machen, oder seine Liebe zum Heiland schwächen. Steht ein solcher Israelit unter Europäischem Schutz, so ist es verhältnißmäßig leicht, ihm zu helfen; ist er aber ein Rajah, (türkischer Unterthan) was soll er thun, und wie kann er den Klauen rabbinischer Grausamkeit und Tyrannei entgehen! Es ist wahr, daß die Hohe Pforte einen Agenten bestimmt hat, der die protestantische Gemeine repräsentirt, und dieser Beamte kann vielleicht im Stande sein, den armen Menschen von der grausamen Rache der Rabbinen zu befreien, die kein Bedenken tragen würden, ihre Hände in das Blut eines Abtrünnigen, wie sie die Bekehrten nennen, zu tauchen; aber dieser Agent kann nicht verhindern, daß sie den Bekehrten in seinem Geschäft ruiniren und ihm Alles dessen berauben, was er besitzt. Ich erwähnte unlängst eines Falles der Art, wo ein Vater heimlicher Weise seines Sohnes beraubt wurde. Als er deshalb klagbar wurde, sagte ihm der ehrenwerthe Richter, der leider die Wagschale der Gerechtigkeit nicht in unparteiischer Hand hielt, die Juden verlangten eine Summe von 90,000 Piastern, ein Legat, das dem Knaben bei dem Tode seiner Mutter vermacht worden war, und als der arme Vater noch weiter bat seine Klage aufzunehmen, lautete die Antwort: „Cawaß (d. i. Polizeimann) wirf diesen Menschen ins Gefängniß." Solche Fälle kommen fortwährend vor, denn das Evangelium dringt jetzt mit reißender Schnelligkeit in diese finstern Länder ein, und bringt überall herrliche und erstaunliche Veränderungen hervor. Wenn auf