Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 12 (1856)
- Issue
- 1-2 (1856)
- Date
- 1856-01-01
- Page
- – (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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denfall und die Erlösung des Menschen zu geben. Ich ging sogleich auf diese großen Wahrheiten ein, sprach besonders von der Güte und Liebe Gottes, von dem ve^rbten Zustande der Seele, von ihrem Kampf mit den sündlichen und verbotenen Begierden dieser Welt und ihrer endlichen Seligkeit nach dieser Prüfungszeit. Darauf ging ich die Propheten durch, um ihm eine Beschreibung von der Person des verheißenen Erlösers zu geben, wobei ich besonders verweilte bei seiner göttlichen Natur, wunderbaren Menschwerdung und seinen vielen Wundern, bei seinem Tode und seiner Auferstehung, durch welche letzteren der Gnadenbund bestätigt und „Leben und unvergängliches Wesen an das Licht gebracht wurde." Er gab zu, daß meine Darstellung mit der Bibel übereinstimme, nur konnte er nicht einsehen, warum wir die Strafe für eine Sünde leiden sollten, die eine andre Person vor beinahe sechstausend Jahren begangen habe. Ich erinnerte ihn, daß er ja doch an die heil. Schrift glaube, und auf diese Schrift müsse ich ihn verweisen, um diese Schwierigkeit zu lösen; wenn er indeß nur die Thatsache bezweifle, so dürfte ich bloß auf den großen jüdischen Kirchhof bei meinem Hause hinzeigen, wo ein Geschlecht nach dem andern seine modernde Asche mit dem Staube vermischt, aus dem sie gebildet waren, und nach diesem traurigen Anblick würde ich ihn bitten diese Zerstörung und Auflösung unsers Geschlechts auf die ursprüngliche Quelle zurück zu führen; und wenn er dann noch zweifle, daß das Gift der Sünde und des Todes in unfern Adern fließe, so würde ich bei einer künftigen Gelegenheit ihn durch andere Beweise überzeugen, daß wir die Nachkommen gefallener und sündiger Eltern sind. Er bekannte, daß er nichts einzuwenden habe, und wenn nicht Familienverhältnisse ihn hinderten, so würde er sich ohne Weiteres von der Synagoge trennen und an unsre kleine Gemeinde anschließen. Seit diesem Besuche theilte er mir mit, was auch ein Freund bestätigte, daß er ohne Unterlaß das Neue Testament läse. Anfangs nahm keiner von den andern Einwohnern des Khans—Gasthauses—Notiz davon, die alle Juden aus Saloniki sind; als es aber allgemein bekannt wur^ daß er dem Protestantismus geneigt sei, so wurde das Buch schlecht gefunden, und man drang in ihn, es zu vernichten. B. C. aber weigerte sich,