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Dibre Emeth · 1856-01-01 · 1-2 (1856) · page 25

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
12 (1856)
Issue
1-2 (1856)
Date
1856-01-01
Page
– (sequence 25)
Language
German
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38 in Christo ist, bekommen haben, und die, wie sie selbst bekennen, sich gerne von der Synagoge trennen möchten, wenn ein solcher Schritt nicht ihre theuersten Bande auflösen und ihre heitern Aussichten in die Zukunft trüben würde. Es ist wahr, daß, wenn wir Christo Nachfolgen wollen, wir die Neigungen unterdrücken müssen, auf die der Unwiedergeborne pocht; aber dies kann doch nur geschehen, wenn geistliches Leben und aufrichtiges Vertrauen an unfern Erlöser an die Stelle der verderbten und sündlichen Begierden, die in uns herrschen, gepflanzt ist. Einige besitzen so viel moralische Kraft und göttliche Gnade, um die Hindernisse, von denen sie umgeben sind, zu überwinden, aber ihre Zahl ist sehr gering, im Verhältnis zu denen, die im Widerspruch gegen ihre Ueberzeugung den Glauben der Synagoge nur zum Schein vorgeben. So traurig es aber auch ist, daß Menschen, die mit Erkenntniß, Glauben und Vernunft ausgerüstet sind, sich doch von der Sünde so bethören und fesseln lassen, um die Ewigkeit für die Zeit und die unvergänglichen Freuden des Himmels für die nichtigen Genüsse der Erde hinzugeben: so darf uns dies doch nicht entmuthigen, denn wir sehen es mit unfern Augen, daß unvermerkt sich eine Veränderung der Herzen des Volks bemächtigt, und der Herr sie zur Aufnahme des Evangeliums vorbereitet. Ich habe gegenwärtig drei Juden im Unterricht, die ein schlagender Beweis von der Macht der göttlichen Wahrheit sind, wenn ihre belebende Kraft die Seele nur erst durchdrungen und Zweifel und Bedenken erregt hat. Diese Israeliten sind aus — einem Orte, wo der Rabbinismus, wie in allen jüdischen Orten des Ostens, einen so verderblichen Einfluß erlangt, und eine Finsterniß erzeugt hat, die man greifen kann. Unsre drei Freunde, von denen der eine ein Chacham, d. i. Weiser, ist, waren eifrige Talmudiften, und nach ihrem eigenen Geständniß mehr geneigt zu glauben, daß es weder Himmel noch Hölle gebe, als daß es Jemanden gelingen sollte, ihren Glauben an die Ueberlieferungen der Aeltesten zu erschüttern, oder gar ihre Ohren für die Lehren des Nazareners zu gewinnen. Ihr eingewurzelter Unglaube wäre unverändert geblieben, wenn nicht die Boten des Friedens die frohe Botschaft des Heils in ihre Stadt und Heimath gebracht und sie aus Moses und den Propheten überzeugt hätten, daß Jesus der Messias

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