Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 12 (1856)
- Issue
- 1-2 (1856)
- Date
- 1856-01-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2554541-2554669-2554671--02404-2558273- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
IS aber doch nicht verwerfen, sondern wieder zu seinem Volke annehmen werde, sobald es sich zu ihm bekehrt, so wird in der zweiten Stelle die Rückkehr in das Land seiner Väter und die Wiedereinsetzung in alle früheren Vorrechte ganz klar und mit unzweideutigen Worten ausgesprochen, was freilich auch in der ersten mitbegriffen ist. Oder wollten wir etwa sagen: diese Weissagungen beziehen sich gar nicht auf unsere Zeit, sie hätten sich schon in der Zurückführung aus der babylonischen Gefangenschaft erfüllt, nach der Erscheinung Christi aber hätten sie keine Gültigkeit mehr? Das wäre doch in der That eine sonderbare Eregese. Es ist ja nicht von einer bestimmten Zeit, oder von der Erscheinung Christi die Rede, sondern wovon die Rede ist, das ist, wie schon gesagt, die große Wahrheit, daß der Bund Gottes mit Israel fest steht', und daß dieses Volk, wenn eö denselben auch bricht, von Gott doch nicht verworfen werden soll, sondern sein Volk bleibt, so wie das Land seiner Väter sein Erbtheil. Bezeichnend für das Letztere ist, wenn der Herr sagt, daß dies Land während der Zerstreuung Israels wüste sein, und sich seine Feier gefallen lassen werde. Wirsehen dies bis auf den heutigen Tag erfüllt, denn das Land Kanaan ist, seitdem das Volk Israel aus demselben durch die Römer vertrieben wurde, so gut wie eine Wüste, und wird von den Heiden zertreten, was deutlich genug dafür spricht, daß die Verheißung von der Zurückführung Israels in dasselbe noch nicht erfüllt sein kann. Doch hören wir jetzt auch einige Aussprüche aus den Propheten hierüber. Im Jesaias Cap. 11. 12, lesen wir also: „Und der -Herr wird;n der Feit," nämlich wenn die Heiden nach der Wurzel Jsais, das ist nach dem Messias fragen werden, „zum andern Male seine 'Fand ausstrecken, daß er das Uebrige seines Volkes erkriege, so iibergeblieben ist von den Ässyrcrn, Egyptern,pathros, Mohrenland, Elamiten, Linear, ^amath und von den Inseln des Meeres; «nd wird ein panier nnter die beiden aufwerfen, und zufamnienbringen die Verjagten Israels und die Ferstreuten ans Inda zuhauf fuhren von Sen vier Gertern des Erdreichs". Hier kann doch offenbar nicht von der Sammlung und Zurückführung Israels aus der babylo-