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Dibre Emeth · 1856-01-01 · 1-2 (1856) · page 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
12 (1856)
Issue
1-2 (1856)
Date
1856-01-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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3 gar die leblose Natur. Daher hört man oft genug jenes gottlose, auS der Hölle entstammende Sprichwort: Mensch hilf dir selber, so wird Gott dir helfen, und daher erwartet man nicht von Gott Hilfe, sondern von den Menschen, vom Staate und von Staatseinrichtungen. Was sollte man nun unter solchen Umständen und Zuständen anders erwarten, als Strafe und Züchtigungen, immer härtere Strafe und Züchtigungen, bis endlich die arme, sündige Menschheit zur Besinnung gebracht, oder aufgerieben sein wird. Doch man fragt sich vielleicht: Wozu das Gerede? Was' hat das zu thun mit der Zukunft Israels? oder: Wie kann überhaupt noch von einer Zukunft Israels die Rede sein, da ja nach deiner Meinung Niemand in dieselbe hinein schauen und erforschen kann, was darin verborgen liegt? Nun wenn auch die Zukunft dem Menschen verborgen ist, so ist sie es doch Gott nicht. Bei Gott kann überhaupt nicht von Zukunft und Vergangenheit die Rede sein; bei ihm ist vielmehr eine beständige Gegenwart, und vor ihm liegt Alles llar und offen da, das, was noch geschehen soll ebenso, wie das, was geschehen ist, und er kann den Menschen das Zukünftige nicht nur offenbaren und kund thun, sondern hat es auch gethau. Und Israels Zukunft steht auch, nach der Offenbarung Gottes, mit großen Ereignissen, Bewegungen und Erschütterungen in der Menschheit in der engsten Verbindung, daher es wohl am Orte ist, auf die Zeichen der Zeit wenigstens hinzuweisen, wenn wir auch jetzt nicht weiter auf dieselben eingehen können, sondern das auf eine andere Zeit hinausschieben müssen, wo es dann geschehen soll, wenn anders der Herr Gnade und Kraft dazu verleiht. Daß das Volk Israel noch eine große und herrliche Zukunft hat und haben muß, das würden wir schon aus seiner wunderbaren Erhaltung unter allen Stürmen, die über dasselbe ergangen sind, schließen können, wenn wir auch keine bestimmte Weissagung darüber hätten. Einst das größte, mächtigste und herrlichste Volk der Erde, so herrlich, daß auch die Königin von Reich Arabien kam, um die Herrlichkeit Salomons, des Königs Israels zu sehen, und nachdem sie dieselbe gesehen hatte, bekannte, daß ihr nicht die Hälfte von dem gesagt worden sei, was sie mit ihren eigenen Augen gesehen 1*

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