Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 11 (1855)
- Issue
- 11-12 (1855)
- Date
- 1855-01-01
- Page
- – (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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194 deS JudenthumS. In Nr. 23 wird S. 296 und 297 von der Art und Weise gesprochen, wie der jüdische Religionslehrer Professor Dr. Saalschütz sein Amt verwalte, die Beschneidung unterlassen werde u. s. w. und dann heißt es: „Fern liegt uns vorläufig jedes nähere Eingehen über die Stellung des Vorstandes und der Gemeinde zu ihrem Religionslehrer, wir wollen jedoch einerseits Hrn. Prof. Dr. Saalschütz veranlassen, uns auf dem betretenen Wege ohne Umschweife zu belehren, und andererseits den sonst auf dem Felde der Wissenschaft anerkannten Gelehrten, seiner Begriffsverwirrung halber bedauernd, einer Pflicht Nachkommen, welche MoseS lehrt Buch 5. Cap. 13, 9." — Und die Pflicht, welche Moses in der angeführten Stelle lehrt, heißt: Du sollst ihn erwürgen. Deine Hand soll die erste über ihn sein, daß man ihn tödte, und darnach die Hand deS ganzen Volks. Wird man glauben, daß eine solche Toleranz in der Allg. Zeitung deS Judenthums gepredigt werden sollte, die in einem besondern Artikel über jüdische Toleranz erklärt: Toleranz sei die Duldung einer jeden Meinung und Ueberzeugung, die gar keiner Beschränkung unterworfen werden könne? Was soll man von einer solchen Toleranz denken und sagen, die so tolerant ist, daß sie erwürgen will? Also wenn nur die politische Macht da wäre, diese Art Toleranz ist nicht fern. Oder ist dieser Beweis jüdischer Toleranz in die Allg. Ztg. d. Judenth. auch „hineingezwängt und hineingeschmuggelt?" Jedenfalls ist es eine gute Vermehrung und Bereicherung des „artigen Arsenälchen." Was für Toleranz der Juden gegen Proselyten in der Allg. Zeitung des Judenthums gehandhabt wird, davon liefert der vielbesprochene Aufsatz gleich in seinen Anfangsworten einen deutlichen Beweis. Es heißt Nr. 30, S. 384: „Vor einiger Zeit erschien von Stahl ein Vortrag „„über christliche Toleranz"" auch im Druck. Wir haben ihn nicht gelesen, denn man hat genug mit der Wirklichkeit zu kämpfen, um noch viel auf theoretische. Consequenzmacherei zu geben, auf Sophismen zu blicken, durch welche, wie Jesaias sagt, Finsterniß gemacht wird zu Licht, und Licht zu Finsterniß (5, 20)." Kann da wohl, wo man so lieblos, wegwerfend und verurtheilend über Etwas richtet, das man gar nicht kennt, Liebe zur Wahrheit,