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Dibre Emeth · 1855-01-01 · 11-12 (1855) · page 31

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
11 (1855)
Issue
11-12 (1855)
Date
1855-01-01
Page
– (sequence 31)
Language
German
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195 Billigkeit und Gerechtigkeit sein? Der Vers, bekennt selbst den „im Druck erschienenen Vortrag nicht gelesen zu haben", aber doch vermißt er sich den Stab ohne Weiteres über Schrift und Verfasser derselben sogleich zu brechen. Und sein Urtheil lautet auf „theoretische Consequenzmacherei", auf „Sophismen, durch welche Finsterniß zu Licht und Licht zu Finsterniß gemacht wird." Hätte der Vers, gelesen und dann so geurtheilt, so müßte man sagen, er ist der entgegengesetzten Ansicht; aber bekennen, nicht gelesen zu haben und doch so urtheilen, das erinnert an ein bekanntes Sprüchwort: „WaS ich selbst denk und thu, das trau ich Andern zu." In Nr. 18, S. 232 wird der Tod eines gewissen jüdischen Hrn. Louis Ratisbonne in Straßburg berichtet und dabei werden nach Anführung seiner Titel und Würden vielfache Vermächtnisse aufgezählt, Verschenkungen an Bedürftige der Katholiken, Protestanten und Israeliten rc. Dann heißt es: „Von seinen Brudersöhnen haben bekanntlich zwei den Glauben ihrer Väter verlassen; der Verstorbene hat sie enterbt, so jedoch, daß er dem Einen 5000 Frcs. Renten lebenslänglich gewährt." Das ist alles Toleranz ohne alle Beschränkung! Man lese die Artikel in der AUg. Zeitung des Judenthums gegen Seelig Cassel in Nr. 30, 1855; gegen Pick in Nr. 32 und gegen so manche andere Proselyten in andern Nummern und sage dann, ob die Sprache von der Art ist, wie sie eine so hoch gepriesene Toleranz erwarten läßt, oder ob man nicht vielmehr den Proselyten nur dazu gratuliren muß, daß jenen Toleranzmännern die „politische Gewalt fehlt." Wir wollen endlich nur noch zwei Auszüge als Zeugnisse derselben jüdischen Toleranz gegen die christliche Mission und somit gegen die christliche Kirche ansühren, das eine steht in Nr. 22 und lautet S.284 also: „Von besonderem Interesse für uns waren einige Pentateuchsragmente, welche uns Herr vr. Adler (der zum Besuch in Hannover war) „zeigte, und welche von den chinesischen Juden in Kae-fongfoo herrühren, bis wohin vor einigen Jahren englische Missionare gedrungen waren und woselbst sie, sich für Juden ausgebend, den dortigen Israeliten ein Pentateucheremplar und eine Pentateuchrolle (n"o) abzuschwatzen gewußt hatten, welche jetzt das

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