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Dibre Emeth · 1855-01-01 · 11-12 (1855) · page 24

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Journal
Dibre Emeth
Volume
11 (1855)
Issue
11-12 (1855)
Date
1855-01-01
Page
– (sequence 24)
Language
German
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188 manchen katholischen Ländern genießen Protestanten wohl Duldung, Toleranz, aber nicht dieselben Privilegien, wie die Katholiken. Aber das ist es eben, was unser Verfasser und Genossen wollen: Beseitigung und Hinwegräumung aller und jeder Schranken, daß die rein christlichen Güter und Rechte eben so ihr Gemeingut werden, wie sie das der Christen sind; gleiche Theilnahme an alledem, was bisher nach Recht und Gerechtigkeit als Privilegium und Vorrecht der Christen galt. Wenn der Verfasser von seinem Lande redet, so findet er es ganz in der Orvnung, daß die Beschneidung erfordert wurde, um zum Besitz und Genuß des vollen religiösen und weltlichen Bürgerrechtes zu gelangen; wenn aber von Israels gegenwärtiger Stellung in dem Lande der Christen die Rede ist, so verschreien sie es als die ärgste Intoleranz, wenn ihnen, weil sie und so lange sie die Taufe nicht angenommen haben, nicht ganz gleiche Rechte mit den Christen eingeräumt werden. Zum Beweise des Gesagten lese man Folgendes aus Nummer 23 der Allgemeinen Zeitung des Judenthums 1855. Magdeburg, 25. Mai. „Jüngst sandte uns ein schriftstellerndes Mitglied eines Regierungscollegiums sein Werk über das „„Vaterunser"" zu, und schrieb auf die Kehrseite des Titelblattes einige Sätze, des Inhalts: erst wenn mit allgemeinem Einverständniß die unterscheidenden Lehrsätze des Judenthums und ChristenthumS festgestellt sein werden, können auch die bürgerlichen Rechte der Juden zur Entscheidung kommen. — Wir haben dem Herrn Regierungsrath gar nicht geantwortet. Denn wir lieben es nicht, mit Leuten, die aller Logik zu entbehren scheinen, zu streiten. Denn kann man sich großem Unsinn denken! Zunächst, welche Begriffsverwirrung! Die bürgerlichen Rechte des Menschen, die Rechte des Menschen im Staate, in dem er geboren ist und in welchen er daher hineingeboren ist, von festzustellenden Dogmen der Kirchen abhängig machen zu wollen." (Ei, ei, ist denn das so etwas Unerhörtes? wurden nicht in dem Lande Israel die bürgerlichen Rechte des Menschen auch von den Dogmen der Kirche abhängig gemacht?) „Die bürgerlichen Rechte der Jude», welche in derselben Zeit von Osten und Süden nach Europa kamen, wie die Germanen von Osten und Norden, also ihre Sitze eben so lange hier haben, wie diese, und, wenn

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