Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 11 (1855)
- Issue
- 11-12 (1855)
- Date
- 1855-01-01
- Page
- – (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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189 sie von den bürgerlichen Rechten ausgeschlossen wurden, dies nicht aus Recht, sondern weil sie die Minderzahl, geschehen sahen, jetzt, zweitausend Jahre später, feststellen zu wollen, wenn erst die Dogmen aller Religionsparteien festgestellt sind! Zweitens, welche Unkenntniß der Dinge! Wenn erst die unterscheidenden Lehrsätze des Judenthums und Christenthums mit allgemeinem Einverständniß festgestellt sind — meint der weise Mann damit, wenn erst alle christlichen Kirchen und Secten über die Lehrsätze einverstanden sind? und wenn dann dieselben dem Judenthum seine Lehrsätze zugestehen? denn — merkwürdiger Weise — thun sie dieses nicht, obschon das Judenthum doch wohl am Besten wissen müßte, was seine Lehrsätze sind." (Das Vorangehende zeigt leider, daß das Judenthum seine Lehrsätze nicht kennt, nicht einmal die Wurzel, wie sie in den mosaischen Institutionen enthalten ist.) Drittens, welche Unkenntniß der Geschichte, wenn man voraussetzt, daß das Judenthum, welches bei dem Ursprung des Christenthums bereits 15 Jahrhunderte zählte, über seine Lehrsätze nicht im Klaren sei!" (Wenn Israel über seine Lehrsätze schon so lange im Klaren war, wie ist denn der Talmud entstanden? Bekanntlich ist er lauter Zank und Streit der verschiedenen Parteien, was eine Partei Licht nennt, ist bei der andern Finsterniß und die Mehrzahl trug den Sieg davon. Und wenn das Judenthum über seine Lehrsätze schon so lange im Klaren ist, warum tischt denn die Allgemeine Zeitung des Judenthums so viel Streit unter ihren Religionsgenoffen über ihre Lehrsätze auf!?) „Aber waren die Menschen, wenn sie Andern ihr Recht vorenthalten wollten, jemals in Verlegenheit, wie sie ihr Unrecht übertünchen können?"— Hätte wohl ein Nichtjude in dem Lande Israel eine solche Sprache führen und so fordern können, wie diese Juden als Nichtchristen in christlichen Ländern fordern? Mindestens, welch Hohngelächter würden diese unsre heutigen Juden, die Toleranzprediger erheben, wenn sie in ihrem eigenen Lande wären, ihre eigene jüdische Einrichtung und politische Gewalt hätten, und Christen oder Gojim kämen mit einer solchen Forderung? Ist es also bloße Toleranz, was sie begehren? — Aber wir wollen weiter hören, was ihr Wunsch ist. In Nummer 25, S. 323, lesen wir aus