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Dibre Emeth · 1855-01-01 · 11-12 (1855) · page 13

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Journal
Dibre Emeth
Volume
11 (1855)
Issue
11-12 (1855)
Date
1855-01-01
Page
– (sequence 13)
Language
German
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177 irgend welcher Beschränkung zu unterwerfen, wie kommt es denn, daß das Gesetz Mösts 2 Mos. 22, 18. sagt: Die Fanberinnen sollst Sn nicht leben lassen? wie, daß es 3 Mos. 20, 27. heißt: Wenn ein Mann oder Weib ein Wahrsager oder Zeichendenter fein wird, die sollen des Codes sterben, man soll sie steinigen, ihr Blut sei auf ihnen? Wie kommt es, daß 3 Mos. 24, 10—15 der Lästerer mußte gesteinigt werden, und das Gesetz gegeben wurde: Welcher des Herrn Namen lästert, der soll des Codes sterben, die ganze Gemeine soll ihn steinigen. Wie der Fremdling, so soll auch der Einheimische sein; wenn er den Namen lästert, so soll er sterben — wie kommt es, daß der Mann, der am Sabbath Holz las, ebenfalls gesteinigt werden mußte? 4 Mos. 15, 32—36. Aus diesen angeführten Zeugnissen der mosaischen Institutionen ergiebt sich offenbar eine andere Idee von der Toleranz, die in diesen Institutionen wurzelt, als die lare und fade Auffassung der Allgem. Zeitung des Judenthums. Nicht bloß die Götzenaltäre sollen zerstört, sondern auch die Götzendiener sollen vertrieben und ausgerottet werden; nicht bloß der thatsächliche Verführer zur Abgötterei, sondern auch jeder, der als Götzendiener erfunden wird, soll gesteinigt werden. So milde auch das göttliche Gesetz gegen Fremdlinge ist, jo können diese doch nicht völlige Gleichheit mit Israel in allen Beziehungen erlangen, es sei denn, daß sie sich beschneiden lassen und also in die Gemeinschaft mit Israel ausgenommen werden. Wenn wir nun auch in den mosaischen Institutionen, oder lieber in dem Gesetz des Herrn eine strengere Bestimmung hinsichtlich der Duldung „nach außen und innerhalb des Judenthums" finden, als unser Vers., so, wir wiederholen es, sagen wir damit keinesweges, daß diese Bestimmungen Unbilliges enthielten, sondern es ist dies nach unsrer innern Ueberzeugung nur eine heilige und gerechte Toleranz, oder wenn man will, eine heilige und gerechte Intoleranz. Die Wurzel also ist gut; wenn wir nun aber einen Schritt weiter gehen und sehen, was in dem Verfolg der Zeit für ein Baum der Toleranz oder vielmehr Intoleranz in dem Talmud herangewachsen ist: so können wir nur in den Worten der Schrift mit Verwunderung fragen: Ich hatte dich gcpflanzet;» einem siißen Weinstsck, einem ganz

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