Mannheim
Compact Memory

Dibre Emeth · 1855-01-01 · 11-12 (1855) · page 12

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
11 (1855)
Issue
11-12 (1855)
Date
1855-01-01
Page
– (sequence 12)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
98% known words query
IRI
…/2554541-2554661-2554668--02363-2558231
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

176 S. 405 heißt cs: „Da, wo das Gesetz hinsichtlich des Götzendienstes eine Strafe eintreten läßt, 5 Mos. 13, ist diese nur auf den thatsächlichen „„Verführer zum Götzendienste"" festgestellt, es heißt V. 3: „„er spricht aber: wir wollen andern Göttern nachgehen;"" V. 7: „„so dich aufreizt dein Bruder, sprechend: wir wollen gehen und andern Göttern dienen re."" Vgl. V. 14. Wie steht es nun auch mit dieser Behauptung, daß die Strafe nur auf den thatsächlichen Verführer zum Götzendienste festgestellt sei? Wenn dies auch in der von ihm angeführten Stelle der Fall ist, sind denn dem Verfasser keine andern bekannt, wo von keinem thatsächlichen Verführer die Rede ist und wo doch dieselbe Strafe eintritt? Weiß er keine solche Stellen, oder will er keine wissen und kennen? Was sagt denn unser Verfasser zu 2 Mos. 22, 20, wo es heißt: Wer den Göttern opfert, ohne dem Herrn allein, der sei verflucht. Ist hier von einer thatsächlichen Verführung die Rede? Doch der Verf. könnte sagen, hier ist auch von keiner äußern zeitlichen Bestrafung die Rede, sondern nur von dem Fluch, den der Herr allein über den Sünder verhängt. Nun wohl, wir wollen diese Erklärung gelten lassen; aber wie steht es mit 5 Mos. 17,2—5: Wenn unter dir in der Chore einem, die dir der Herr, dein Gott, geben wird, gefunden wird ein Mann oder Weib, der da Hebels thut vor den Äugen des "Herrn, deines Gottes, daß er seinen Bund übergehet, und hingehet, und dienet andern Göttern, «nd betet sie an, es fei Lonne oder Mond, oder irgend ein Heer des Himmels, das ich nicht geboten habe; und wird dir angefagt, und hörst es: fo sollst du wohl darnach fragen. Änd wenn du findest, daß es gewiß wahr ist, daß solcher Greuel in Israel geschehen ist; so sollst du denselben Mann oder dasselbe Weib ansführen, die solches Hebel gethan haben,;« deinem Thor und sollst sie;n Tode steinigen. Ist hier auch nur ein Gedanke von Verführung zu finden? DieSteinigung erfolgte aber eben so, wie in dem 5 Mos. 13. erzählten Falle. Waren die 2 Mos. 32, 27. 28 von den Kindern Levi im Lager erwürgten 3000 auch alle thatsächliche Verführer? — Ferner, wenn in den mosaischen Institutionen die Toleranz ihre Wurzel hat, welche jede Meinung und Ueberzeugung duldet, ohne sie

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.