Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 11 (1855)
- Issue
- 11-12 (1855)
- Date
- 1855-01-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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und innerhalb deS Judenthums" nach der heiligen Schrift, dem Talmud und der Allgemeinen Zeitung des Judenthums steht. Dabei schicken wir nur die Bemerkung voraus, daß wir es hier nicht sowohl mit den Juden im Allgemeinen zu thun haben, als vielmehr nur mit den Grundsätzen der Allgemeinen Zeitung deS Judenthums, deren Partei verhältnißmäßig wohl nicht sehr bedeutend sein dürfte. Denn daß die in dem genannten Blatte ausgesprochene Richtung im Ganzen und Allgemeinen nicht gehegt wird, davon haben wir selbst vielfache Gelegenheit gehabt uns zu überzeugen, und es hat uns oft recht wohl gethan zu hören und thatfächlich zu erfahren, wie freundliche und bescheidene Gesinnungen sich recht zahlreich finden, die mit demselben Widerwillen gegen die Grundsätze und das Gebühren der Allgemeinen Zeitung des Judenthums erfüllt sind, wie wir es nur sein können. Diesen, wie wir Ursache haben zu glauben, bei Weitem größer» Theil der Bessergesinnten wollen wir keineswegs mit unfern Bemerkungen etwas aufbürden, was sich nicht bei und in ihnen findet; fern sei es von uns, fie fälschlicher Weise solcher Lieblosigkeit und Bitterkeit beschuldigen zu wollen, wie sich leider in der genannten Zeitung so oft und vielfach kundgiebt. „Toleranz", sagt der Verfasser jenes Aufsatzes, „ist die Duldung jeder Meinung und Ueberzeugung, und kann als solche gar keiner Beschränkung unterworfen werden"; und wohl gemerkt, diese „keiner Beschränkung unterworfene Toleranz wurzelt in den mosaischen Institutionen; sie ist nicht angebildet, anerzogen, nicht durch geschichtliche Ereignisse und nicht durch Cultur hereingebracht worden, sondern sie ist im Wesen selbst und in dessen Geburt schon mitgegeben." Wir geben gern zu, daß in den mosaischen Institutionen eine Milde und Schonung gegen die Fremden herrscht, wie wir sie bei keinem andern Volke jener Zeit finden; aber ob das die jüdische Toleranz ist, d. h. ob wir dieselben Grundsätze im Talmud und in der Allgemeinen Zeitung des Judenthums finden, das werden wir später sehen. Auf der andern Seite finden wir eben so wenig die lare Ansicht von Duldung jeder Meinung und Ueberzeugung ohne alle Beschränkung in den mosaischen Institutionen, wie der Verfasser vorgiebt. Er beruft sich zum Erweise seiner Behauptung auf 2 Mos. 12 namentlich B. 49,