Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 11 (1855)
- Issue
- 11-12 (1855)
- Date
- 1855-01-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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168 feit und Gerechtigkeit ihrer Forderung desto bereitwilliger anzuerkenneu, stellt sie die jüdische Toleranz zum Muster der Nacheiferung hin, denn eine solche Toleranz, wie sie „der Religion Israels inwohnend" sei, sei „kaum noch einmal dagewesen", da das Judenthum, „selbst abgesehen von der heiligen Schrift zwei Ariome" enthalte, ,,welche in Wahrheit jede Intoleranz grundsätzlich vom Judenthume abhalten, das eine, daß die Gerechten aller Nationen Antheil am ewigen Leben haben, ein Ariom, welches das Judenthum allein den Religionen gegenüberstellt, welche die Seligkeit von ihrem Bekenntniß abhängig machen, ein Ariom, welches aber schon deshalb wirklich jüdisch ist, weil daS Judenthum zunächst nur seine Stammesglieder befassen wollte, zwar die stille, für sich und durch sich allein wirkende Propaganda der Wahrheit, aber nicht die Bekehrung Andersgläubiger zu sich beabsichtigte, also die außer ihm Stehenden als solche durchaus nicht verdammen konnte. Mit diesem Ariom ist die Intoleranz nach außen abgeschnitten. Das andere Ariom, daß ein Jude gar nicht als Abgefallener zu betrachten sei, so daß selbst ein getaufter Jude in den Augen des Juden immerJude bleibe,., dieses Ariom weist grundsätzlich jede Intoleranz innerhalb des Judenthums ab." Die Bemerkung, „selbst abgesehen von der heiligen Schrift" soll doch wohl nicht sagen, daß sich diese beiden Ariome auS der Schrift nicht dürsten beweisen lassen, und daß der Verfasser darum von derselben absehen will, sondern vielmehr, was dem Zusammenhänge und Sinne nach das Natürlichere ist, daß auö der heiligen Schrift diese beiden Ariome noch klarer und deutlicher erhellen, so daß man, da sie als hinlänglich bekannt vorauszusetzen sei, gar nicht erst von derselben sprechen dürfe. Man muß dies um so mehr annehmen, da der Verfasser im spätem Thcil seines Aufsatzes die Wurzel einer so auffallend weitherzigen Toleranz, wie er sie aus dem Judenthum, i. e. Talmud, entwickelt hat, nachweist, welche „Wurzel in den mosaischen Institutionen zu suchen" und zu finden sei. Beiläufig gesagt, die Toleranz des Judenthums d.i. Talmudismus wurzelt im Mosaismus wohl etwa so, wie der Dornstrauch in einem grünen, fruchtbaren Oelbaum. Vergl. Jer. 11, 16 mit Micha 7,4. Wir wollen denn einmal sehen, wie es mit dieser so hoch gepriesenen jüdischen Toleranz „nach außen