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Dibre Emeth · 1855-01-01 · 11-12 (1855) · page 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
11 (1855)
Issue
11-12 (1855)
Date
1855-01-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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167 gen Pilgrimschaft als ihr Vaterland, als ihren heimathlichen Boden, so daß sie nichts von einer Rückkehr in das liebe Land, das schöne Erbe, das Land der Verheißung wissen wollen: so bezeugen sie damit, daß sie aufgehört haben Kinder der Väter zu sein, die sagten: vergesse ich dein, Jerusalem, ss werde meiner liechten vergessen. Ps. 137, 5. Allgemein ist aber diese Verleugnung, Gott Lob, noch nicht, ja die große Mehrzahl, auch selbst verdeutschen Juden dürfte doch wohl noch eine Neigung, einen Hang und Zug nach Jerusalem, Palästina, dem Lande und Erbe der Väter bewahren und sich nur als Gast und Fremdling betrachten. Ist das aber, wie können sie, so fragen wir, von ihrer Seite von Toleranz sprechen, die sie gegen die beweisen, von welchen sie ausgenommen sind? Es ist doch Jedermann bekannt, daß wenn z. B. ein Preuße nach Frankreich, oder ein Franzose nach Preußen zieht, um sich da eine Zeitlang niederzulaffen, immer die Erlaubnis des betreffenden Landes erforderlich ist, und wird nun der Aufgenommene sich dann schon geberden können, als sei er der Gesetzgeber, wird er Bedingungen und Forderungen stellen können, die ihm geleistet werden müßten aus dem einfachen Grunde, weil er nun einmal da wäre? und wenn ihm diese nicht gewährt werden, wird er vernünftiger Weise über Intoleranz klagen können? Das Verhältniß zwischen Israel und den Völkern, unter denen sie leben, ist aber noch ein ganz anderes. Fern sei es von uns, die harten Bedrückungen und grausamen Verfolgungen, die den Juden in frühern oder neuern Zeiten von Christen widerfahren sind, auch nur «inen Augenblick im entferntesten Sinne gutheißen oder rechtfertigen, entschuldigen oder vertheidigen. zu wolle»; Bedrückung und Verfolgung ist eben so wenig Toleranz, wie Verweigerung einzelner oder mehrerer Privilegien Intoleranz ist. Darum, weil mir mein Miethsherr nicht erlauben will von seinem Gärten und Felde, aus seinem Keller und Holzstall meine Bedürfnisse eben so zu befriedigen, wie er die seinigen befriedigt, kann ich doch wahrlich nicht sagen, daß er intolerant gegen mich ist. Die Judenzeitung scheint aber in der That eine solche Idee von der Toleranz zu haben, die sie verlangt, und um ihre Meinung als die einzig richtige den Lesern anzuempfehlen und Jedermann um so geneigter zu stimmen die Billig- 12*

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