Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 11 (1855)
- Issue
- 9-10 (1855)
- Date
- 1855-01-01
- Page
- – (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 99% known words query
- IRI
…/2554541-2554661-2554667--02341-2558208- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
155 den die protestantische Kirche und der Bischof in Jerusalem das Mittel werden, diesen ganzen Theil des Morgenlandes protestantisch zu machen. Der Predigt des Evangeliums in jenem Lande stehen jetzt weniger Hindernisse entgegen, als je zuvor. Eins der merkwürdigsten Zeichen der Zeit ist die Thatsache, daß es vor Kurzem einer großen Zahl Christen erlaubt wurde, die Moschee Omar zu besuchen, da früher das Betreten derselben von Christen und Juden mit dem Tode bestraft wurde. Und jetzt wurde ihnen nicht nur der Eintritt erlaubt, sondern ste wurden dazu aufgefordert, und den mehr als hundert Personen, die davon Gebrauch machten, wurde nicht nur die ganze Moschee gezeigt, sondern sie wurden auch in die unterirdischen Gemächer und zu dem Orte des Felsens geführt, wo man sagt, daß die Bundeslade sich befinde; ja der Mahomedaner, der ste fthrte, lud sogar eine Dame ein, ihre Hand auf die heilige Reliquie zu legen und sie zu berühren. Dies ist ein Zeichen der Zeit, wodurch die Gesellschaft zu ihrer Pflicht, die Juden des heiligen Landes zu evangelisiren, aufgefordert wird. Ein anderes merkwürdiges Zeichen ist die Bereitwilligkeit der Juden, das Land zu bebauen. Die Hungersnoth zwang die Rabbinen hierin nachzugeben, und 200 Juden fanden sich willig dazu, ja Rabbinen, alte Männer, Frauen und Kinder baten die Christen um Arbeit, und wenn man bedenkt, daß die Aufseher Proselyten waren, denen ste in jeder Beziehung gehorchen mußten, so wird man zugeben müssen, daß dies ein merkwürdiges Zeichen der Zeit ist. Leider hat die Zahl der Arbeiter aus Mangel an den nöthigen Mitteln verringert werden müssen. Eins der größten Hindernisse der Mission im heiligen Lande ist das, daß die Juden, wenn ste sich taufen lassen, aller Mittel beraubt sind, ihr Leben zu erhalten; die Bebauung des Landes soll ihnen nun diese Mittel gewähren. Dies ist der Gang und Inhalt der Rede des theuem Dr. M'Caul. Ihm folgte der Prediger und Missionar Ewald, um den Antrag zu unterstützen. Er wieS zuerst mit mancherlei Beispielen nach, daß die Gesellschaft das Mittel gewesen sei, die Vorurtheile bet den Christen gegen die Juden und bei den Juden gegen die Christen zu zerstreuen. In Bezug auf die Juden führt er in dieser