Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 11 (1855)
- Issue
- 9-10 (1855)
- Date
- 1855-01-01
- Page
- – (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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153 dauern darüber aus, und in einem Falle kamen Juden zu dem Missionare, als sie hörten, daß er sie verlassen müsse, blieben die ganze Nacht bei ihm, halfen ihm seine Sachen einpacken und nahmen dann in tiefster Rührung Abschied von ihm. vr. M'Caul kann als Augenzeuge davon reden, was unter den Juden in Polen gethan worden ist. Der Same des Wortes Gottes ist reichlich ausgestreut worden, und das Christenthum in einer Weise gelehrt, wie nie zuvor. Die Juden kannten es vorher nur nach den Formen der griechischen und römischen Kirche, und zu Anfänge der Mission sagten sie oft zu den Missionaren: „Warum kommen Sie zu uns? warum gehen Sie nicht vielmehr zu den Griechen und Romanisten? sie bedürfen der Missionare mehr als wir." Aber die Juden haben zwischen der Religion der griechischen und römischen Kirche und der der Missionare unterscheiden gelernt. In vielen Fällen, wo die Juden anfangs die Missionare mit den andern sie umgebenden Christen gleichstellten und mit Argwohn auf ihre Predigt hörten, bekannten sie später, sobald sie die reine und einfache Form des Christenthums, das ihnen gepredigt wurde, erkannt hatten: „Wir haben uns in diesen Leuten getäuscht; sie sind keine Christen wie die Russen und Polen; ihre Religion ist die der Engländer." Auch haben die Missionare die hebräische Bibel in verschiedenen Ausgaben in großer Anzahl unter den Juden verbreitet, an denen sie großen Mangel hatten; oft fehlte es den Missionaren an Vorrath, und das Verlangen der Juden nach dem Worte Gottes konnte nicht befriedigt werden. Durch die Verbreitung des Wortes Gottes ist auch die Erkenntniß desselben vermehrt worden. Außer dem Alten Testamente ist auch das Neue weit verbreitet worden. Es wurde eine Uebersetzung desselben in den jüdischen Dialekt besorgt, und dadurch sind viele Juden zum Christenthum geführt worden. Es ist von der Zahl der Bekehrungen die Rede gewesen, aber der nächste Zweck der Gesellschaft ist nicht Proselyten zu machen, sondern die Juden mit dem wahren Christenthum bekannt zu machen, den Sauerteig unter die Masse des jüdischen Volks zu bringen und ihn dann wirken zu lassen. Dies ist auch gelungen. Alle Vorurtheile sind entfernt worden, die Juden in Polen haben andere Ideen vom Christenthume bekommen, welches sie mit der Religion der Völker