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Dibre Emeth · 1855-01-01 · 9-10 (1855) · page 19

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
11 (1855)
Issue
9-10 (1855)
Date
1855-01-01
Page
– (sequence 19)
Language
German
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147 diese Erlösung geschieht in Folge der Fürbitte der Lebenden für die Verstorbenen. So klar und auffallend diese Uebereinstimmung zwischen der Lehre des Judenthums und Katholicismus in so wesentlichen und wichtigen Punkten der Heilslehre ist, eben so traurig und betrübend ist diese Thatsache, weil die Lehren, in denen diese Uebereinstimmung statt findet, bloß menschliche Satzungen sind, sich auf die Aussprüche von Menschen gründen, und dem geoffenbarten Gottesworte geradezu widersprechen. Da sich nun diese beiden Partheien so viel Freiheit erlauben, sich ein eigenes Religionsgebäude aufzurichten, wie es ihnen gefällt, sollte man erwarten, sie würden wenigstens damit zufrieden sein, Andern ihre Meinung auch zu lassen; aber nein, Beide sind, um gleichsam ihrer Uebereinstimmungslehre das Siegel aufzudrücken, auch noch darin gleich und übereinstimmend, daß sie sich, freilich jede für sich und natürlich mit gegenseitiger liebloser und schonungsloser Ausschließung, für die alleinseligmachende Religionsparthei halten. Die katholische Kirche hat bekanntlich den Grundsatz: Außer der Kirche ist kein Heil, und unter dem Ausdruck: Kirche, kann sie natürlich keine andere als sich selbst, d. i. die römisch-katholische verstehen. Eben dasselbe sagt das Judenthum von sich. Denn während der bekannte Satz der eigenen Seligpreisung in dem Munde eines jeden Juden ist: „Alle Israeliten haben Theil an der künftigen Welt" erklärt das mündliche Gesetz eben so klar und bestimmt, daß Alle, die nicht zu Israel gehören, verdammt werden. Zwar sagt es an einer Stelle, auch die Frommen der Völker der Welt haben Theil an der künftigen Welt; es ist aber wohl nicht leicht aus dem mündlichen Gesetz zu ersehen und zu bestimmen, wer die Frommen der Welt sind, denn nach den nähern Bestimmungen und Erklärungen desselben können es weder Christen noch Türken noch Heiden sein, da diese alle unter das Verdammungsurtheil kommen. Es heißt nämlich ausdrücklich: „Diese sind es, welche keinen Theil haben an der künftigen Welt, sondern ausgerottet, vernichtet und verdammt werden wegen der Größe ihrer Gottlosigkeit und Sünden für ewig und immerdar: die Ketzer, Epikuräer, und Gesetzleugner." — Zu den Gesetzleugnern werden die Christen und Muhamedaner gerechnet; denn so heißt es 10*

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