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Dibre Emeth · 1855-01-01 · 9-10 (1855) · page 16

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
11 (1855)
Issue
9-10 (1855)
Date
1855-01-01
Page
– (sequence 16)
Language
German
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144 Gerechtigkeit, die zur Tilgung der eigenen Sünden erforderlich ist? Ermangeln sie aber allesammt der Gerechtigkeit, die für sie selbst nothwendig ist, und können sie für ihre eigene Person nur durch die Gerechtigkeit des von Gott verordneten Mittlers gerecht werden, wie können sie, oder auch nur ein Einziger von ihnen, noch einen Ueberfluß von Verdienstlichkeit und Gerechtigkeit für Andere haben? — Den andern Punkt, die Anrufung der sogenannten Heiligen anlangend, so ist aus Obigem klar, daß nach dem katholischen Lehrbegriff kein Unterschied zwischen Anrufung der Heiligen und Anbetung Christi gemacht wird; denn das Tridentin. sagt ausdrücklich: „daß wir in den Bildern Christum anbeten und die Heiligen, so darinnen vorgestellt werden." Da werden also die Heiligen Christo ganz gleich gestellt in Absicht auf die Verehrung, die hier Anbetung ist. Aber abgesehen davon, fragen wir, was für Nutzen soll und kann die Anrufung der vermeinten Heiligen haben? Sind sie allgegenwärtig, daß sie an allen Orten, wo man sie um Hilfe und Beistand anruft, hören können? Sagt nicht das wahrhaftige Gotteswort klar und deutlich: Abraham weiß von uns nichts, und Israel kennet uns nicht? — Ja, erklärt nicht das Wort Gottes es für eine, schwere Sünde Israels, daß sie sich, den Heiden gleich, an die Todten wendeten, statt an den lebendigen Gott? Jes. 8, 19. Aber Judenthum und Katholicismus lehren: Die sogenannten Heiligen haben Verdienste, und zwar nicht allein für sich, sondern auch für Andere; Die Verstorbenen sind anzurufen, um von ihnen Hilfe und Beistand zu erflehen; Es giebt außer Gott noch andere Helfer, zu denen der Mensch seine Zuflucht nehmen kann. Wir haben in den bisher angeführten Punkten, in denen wir eine merkwürdige Harmonie zwischen der Lehre des Judenthums und des Katholicismus nachgewiesen haben, gesehen, wie leider in beiden Religionssystemen die Lebenden angewiesen werden, ihr Heil auch in Zandern Dingen zu suchen und begründen zu helfen, als in solchen, an die wir in dem untrüglichen und vollständigen Gottesworte ausschließlich gewiesen werden. Wir wollen für diesmal nur noch einen

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