Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 11 (1855)
- Issue
- 9-10 (1855)
- Date
- 1855-01-01
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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143 sind an den Verstorbenen selbst gerichtet, und somit werden dieTodten angerufen, wie z. B. in folgendem Gebete: „O ihr heiligen und reinen Seelen, die ihr glänzet wie der Glanz des Firmaments, welche hier sind, deren ich heute und alle Tage gedenke, und welche nicht hier (beschrieben) sind. Siehe ich komme mit der Erlaubniß des heiligen und gebenedeiten Gottes und mit der Verwilligung aller Heiligen des Königs, euch zu bitten und anzuflehen. Muntert euch auf, stehet doch auf, richtet euch auf, bittet für mich und alle meine Hausgenossen. Lasset das'Verdienst der Lehre eures Gesetzes und eurer guten Werke, die in euch gewesen sind, als ihr in dieser Welt wäret, für mich stehen, damit ich nicht in den Worten meines Gesetzes strauchele und schamroth werde... Es werde mir auch die Meldung eurer Namen oder der Namen der Bücher, die ihr geschrieben habt, so gerechnet, als wenn ich in denselben gelesen hätte und als wenn ich Alles verstanden hätte. ..... Siehe ich bin vor euch wie ein Todter geachtet, so lange aber meine Seele in mir ist, will ich euch bitten, daß ihr mir zu Hilfe kommt, meine Fürsprecher seid und mich beschützet. Amen." Schifte jeschenim. fol. 9. col. 1. Gehen wir die ganze heilige Schrift, das Alte und Neue Testament durch — die Apokryphen können natürlich eben so wenig in Betracht kommen, wie ein anderes menschliches Buch — so ist uns kein Beispiel bekannt, wo irgend einem verstorbenen, wahren Heiligen, irgend einem Manne Gottes, von Abraham oder von Adam an bis auf den Evangelisten Johannis, der bekanntlich mit seiner heiligen Offenbarung die Bibel schließt, eine solche Heiligkeit, ein solches Verdienst zuerkannt oder zugeschrieben würde, womit oder wodurch er noch Andern Hilfe leisten könnte zu ihrer Rechtfertigung vor Gott, weder durch Zurechnung des vermeinten Verdienstes, noch auch durch Fürbitte. Denn alle, auch die besten und frömmsten Männer bekennen, daß sie Sünder, große Sünder sind, die durchaus keine Gerechtigkeit aufzuweisen haben. Ein Abraham, David, Jesaias, Daniel, Paulus und wie sie alle heißen mögen, die ganze Schaar der Heiligen, Alle ohne Ausnahme, stimmen in das Bekennlniß ein: Herr, gehe nicht ins Gericht mit deinem Knecht, denn vor dir ist kein Lebendiger gerecht. Wo ist da auch nur die Ge-