Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 11 (1855)
- Issue
- 9-10 (1855)
- Date
- 1855-01-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 99% known words query
- IRI
…/2554541-2554661-2554667--02327-2558194- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
141 wohl thun, bei Zeiten zu prüfen, ob sie auf Sand oder auf Felsen bäum, um nicht zu spät die Entdeckung zu machen, daß sie sich auf Menschen, statt auf den lebendigen Gott, verlassen haben. Es ist aber ein furchtbarer Fluch, den Gott in stimm Worte ausspricht: Verflucht ist der Mann, der sich auf Menschen verläßt und hält Fleisch für seinen Arm. Nicht Menschen, sondern Gott wird uns richten, und er wird es thun, nicht nach Menschenwort, sondern nach seinem Wort, das er geredet hat. Während, wie wir oben sahen, die Juden allen Bilderdienst auf's entschiedenste verwerfen und als Götzendienst mit Recht verabscheuen, und in dieser Hinsicht einen offenbaren Gegensatz zum Katholiciömus bilden, sind sie, merkwürdiger Weist, in einem diesem Gegenstände nahe verwandten Punkte in denselben Jrrthum verfallen, wie der Katholicismus, wir meinen die Lehre von den Verdiensten und der Anrufung und Verehrung der sogenannten Heiligen. Daß es unter dem Volke Israel in der alttestamentlichen Zeit viele Personen gegeben hat, die den Namen der Heiligen in dem biblischen Sinne verdienen, wer möchte das leugnen? Daß in der christlichen Kirche von Anfang an stets auch solche Christen lebten, die durch den Glauben an Jesum Christum ebenfalls geheiligt waren und ein heiliges Leben führten, ist nicht minder bekannt; redet doch der Apostel die Christen überhaupt so oft als Heilige an. Daß aber diese Personen, die als Heilige angerufen und verehrt werden, selbst angenommen, daß sie in der That und Wahrheit in dem Sinne Heilige waren, wie die Bibel von Heiligen redet, Verdienste, oder gar einen Ueberfluß guter Werke und Gerechtigkeit hätten, der andern Sündern zu Gute kommen und gerechnet werden könnte, und daß diese Personen wegen dieser besondern sogenannten Heiligkeit, zu verehren und anzurufen wären, das ist es, worüber wir anderer Meinung sind, und was nach unserer Ansicht der Lehre der heiligen Schrift schnurstracks entgegen ist. Judenthum und Katholicismus behaupten aber diese Lehre einstimmig. Die katholische Kirche lehrt außer dem, was bereits oben über die Verdienste angeführt ist, nach der Bestimmung des Trident. Concilö unter Anderm also: „Die Synode befiehlt den Bischöfen und Allen, die berufen sind, das Volk zu