Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 11 (1855)
- Issue
- 9-10 (1855)
- Date
- 1855-01-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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140 erhellt deutlich und zur Genüge, daß die Lehren Beider mit einander darin übereinstimmen: Daß der Mensch nicht nur Sünden, sondern auch gute, verdienstliche Werke hat;' Daß Gott zwar die Vergebung der Sünde zugeschrieben wird, aber er richtet sich dabei nach den sogenannten Verdiensten, d. i. nach diesen guten Werken, und diese geben den Ausschlag; Beide Lehren des Katholicismus und des Judenthums verkleinern die Gnade Gottes, und erheben dagegen die menschlichen Werke, stempeln diese zu verdienstlichen Handlungen, während doch die Bibel erklärt, daß selbst unsere Gerechtigkeiten sind wie ein beflecktes Kleid; Beide Lehren stimmen darin überein, daß im Grunde nicht Gott der Rechtfertigende ist, sondern gut Pharisäisch der Mensch selbst durch das Verdienst seiner LÜerke; Wie die katholische Lehre von einer Vermehrung der Gerechtigkeit durch gute Werke vor Gott redet, so auch das Judenthum, indem durch ein einziges gutes Werk die Schale des Verdienstes das Uebergewicht bekommt, durch viele gute Werke der Art also um so mehr; Katholicismus und Judenthum lehren, daß diese guten Werke nicht nur dem zu Gute kommen, der sie thut, sondern auch Andern, ja das Judenthum sagt, der Mensch kann durch ein gutes Werk für sich und die ganze Welt der Schale des Verdienstes das Uebergewicht geben und so sich und der Welt Hilfe und Rettung bringen; Beide, das Judenthum und der Katholicismus stimmen überein, daß die sogenannten guten Werke nicht Früchte und Zeichen der - Rechtfertigung sind, sondern die wirkende Ursache derselben. Ob aber eine einzige, dieser Uebereinstimmungslehren aus dem untrüglichen Worte Gottes als wahr und mit demselben übereinstimmend dargethan werden kann, müssen wir denen überlassen, die solche Grundsätze nicht nur lehren, sondern auch noch das Anathema über anders Lehrende und Glaubende aussprechen. Wir können ihnen unsere Zustimmung auf Grund der heiligen Schrift nicht geben, und diejenigen, welche die Hoffnung ihres Heils und den Grund ihrer Seligkeit auf eine solche Rechtfcrtigungslehre setzen, werden