Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 11 (1855)
- Issue
- 9-10 (1855)
- Date
- 1855-01-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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133 nigen oder darstellen mag, immer bleibt es dabei, die Verehrung der Bilder ist ein Dienst, den man den Bildern erweist, und jeder Bilderdienst ist im Worte Gottes klar und deutlich verboten. Schämen müssen sich alle, die den Bildern dienen, sagt der Psalmist. Ps. 97, 7. Und wahrlich! ist es nicht ein Dienst, dessen man sich schämen muß, wenn man die treffende Schilderung liest, wie die Propheten des Herrn sie gegeben haben Jes. 44,13; Jer. 10, 3—5 ic.!? — Man vergl. noch 2 Mos. 20, 4; 5 Mos. 27, 15. In diesem Stück des Bilderdienstes findet demnach ein entschiedener Gegensatz statt zwischen Judenthum und Katholicismus; denn was der eine Theil sanctionirt und anordnet, das ist dem andern eine greuliche Sünde der Abgötterei. Aehnliche, wenn auch nicht so schroffe Gegensätze ließen sich wohl noch in manchen andern Dingen zeigen, aber es ist hier nicht sowohl unsre Absicht auf die Gegensätze zwischen Judenthum und Katholicismus hinzuweisen, als vielmehr auf eine merkwürdige Uebereinstimmung und Gleichheit in vielen wichtigen Punkten, eine Uebereinstimmung freilich, die wir nicht als erfreulich begrüßen können, sondern vielmehr beklagen, und zwar um so mehr beklagen müssen, weil in den anzuführenden Stücken der Uebereinstimmung beide Theile, sich von dem Worte Gottes entfernt haben und daher im Jrrthum find. Eine solche Uebereinstimmung zwischen den Lehren des Judenthums und Katholicismus finden wir zunächst in der beiderseitigen Lehre von der heiligen Schrift *). Wir stellen diesen Punkt oben an, da die heilige Schrift die Offenbarung ist, die Gott in dem Reichthum seiner Gnade uns Menschen gegeben hak, und als solche nicht nur die Quelle ist, aus der wir allein alle Wahrheit in Sachen der Religion schöpfen und erkennen können, sondern auch der Prüfstein, an den wir eine jede vorgetragene Religionslehre halten müssen, um über ihre Richtigkeit oder Falschheit, ihre Annahme oder Verwerflichkeit entscheiden zu können. Was nicht mit dem geoffenbarten Wort der Schrift übereinstimmt, was demselben zuwider ist, kann nie als göttliche Wahrheit anerkannt werden, es rühre her, von welcher Seite *) In Bezug auf Judenthum kann hier natürlich nur vom alten Testament die Rede sein.