Mannheim
Compact Memory

Dibre Emeth · 1855-01-01 · 9-10 (1855) · page 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
11 (1855)
Issue
9-10 (1855)
Date
1855-01-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
98% known words query
IRI
…/2554541-2554661-2554667--02318-2558185
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

133 Christum anbeten und die Heiligen. Da ist also von keiner bloßen Verehrung die Rede, und da es stch um die Christo erwiesene Ehre handelt, kann nicht von bloßer Verehrung die Rede sein, sondern von Anbetung im eigentlichen und strengen Sinne des Wortes. Zum Andern aber, wie kann eine bloße Verehrung der Bilder zugleich eine wirkliche Anbetung Christi und der Heiligen werden, wenn nicht diese sogenannte, vermeintliche Verehrung eine Anbetung ist?! Ist die Handlung, die Jemand vor einem Bilde verrichtet, die Ehre, die er demselben erzeigt, nichts weiter, als eine gewisse Hochachtung, wie kann dieselbe zu gleicher Zeit eine wahre, göttliche Anbetung werden, in Absicht auf einen ganz andern Gegenstand? Ist aber die Handlung mehr als bloße Verehrung und Hochachtung, ist sie eine Anbetung, dann ist sie ja eben das, was man verneinen will, und der Tridentiner Beschluß enthält den Widerspruch in sich selbst. — Wollte man aber selbst eine solche im Sinne des Tridentin. ganz unstatthafte Unterscheidung annehmen, womit kann man denn auch nur die bloße Verehrung der Bilder und die Anbetung der Heiligen rechtfertigen, welche die katholische Kirche vorschreibt und lehrt? Wo finden wir in der Bibel auch nur die leiseste Andeutung, irgend einen Spruch oder ein Beispiel, mit welchem man eine solche Lehre, wenn nicht als göttlich geboten, doch als unschuldig und erlaubt beweisen könne? Mögen die Bilder darstellen wen oder was sie wollen, immer sind sie nichts als Holz, Stein, Eisen, Gold, Silber oder ein anderer Stoff; immer gilt von ihnen das Wort des Psalmisten: sie sind von Menschenhänden gemacht, sie haben Mäuler und reden nicht; sie haben Augen und sehen nicht; sie haben Ohren und hören nicht; sie haben Nasen u. s. w. Ps. 115, 4—7. Stellen sie irgend einen Menschen dar, so ist es an sich nicht sündlich, dergleichen Bilder zu haben; sollen sie aber'die einzelnen Personen des göttlichen Wesens vorstellen, wie man oft in katholischen Kirchen und sonst Abbildungen und Vorstellungen von Gott dem Vater oder von dem heiligen Geist hat: so ist eine solche Vorstellung und Abbildung an stch schon sündlich, denn es streitet gegen das klare Gebot Gottes: Du sollst dir kein Bildniß von Gott machen, denn du hast kein solches Bildniß, keine Gestalt gesehen. Wie man die Sache auch entschuldigen und beschö-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.