Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 11 (1855)
- Issue
- 7-8 (1855)
- Date
- 1855-01-01
- Page
- – (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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«lls dek Schule Nehmen. Das waren Christen dein Namen nach! Nun der Geist, weichet sich in dem Beispiele in Rußland, auf das tch hingechiesen habe, in seiner ganzen Grausamkeit zeigte, ist derselbe in seiner Art, wenn auch nicht in demselben Grade, welcher das Volk in diesem Lande veranlaßt, mit Widerwillen auf bekehrte Juden zu sehen, und welcher jene Personen verleitete, daraufzu bestehen, daß der Lehrer, weil er ein bekehrter Jude war, entfernt würde, oder daß sie ihre Kinder aus der Schule nehmen würden, wenn er bliebe. Dies aber sind nicht die einzigen Schwierigkeiten, welchen der Jude die Stirn bieten muß, wenn er Christ werden will. Ich wünschte, daß mich die Pflichttreue gegen die Wahrheit nicht zwänge, auf eine Menge Hindernisse hinzuweisen, welche die Christen selbst den Juden in den Weg gelegt haben. Die Unterschiede und Streitigkeiten unter den Christen sind einer von den vielen Anstößen auf dem Wege der Bekehrung Israels. Die Juden sagen und zwar ganz natürlich: „Bedenkt doch erst, wie uneinig ihr unter euch selbst seid! Beseitiget die Unterschiede, entfernt die Streitigkeiten, kommt erst zu einer Uebereinstimmung unter euch selbst, bevor ihr uns auffordert den Glauben zu verlassen, in dem wir erzogen worden sind." Auch ist das nicht die letzte Schwierigkeit. Neulich las ich die Form einer Erklärung, welche jeder Jude abgeben muß, welcher zur griechischen Kirche Übertritt. Kein Jude kann als Mitglied in diese Kirche ausgenommen werden, der nicht öffentlich die Erklärung abgiebt: „Ich schwöre ab allen jüdischen Gottesdienst, das ungesäuerte Brod, die Beschneidung, das Passafest, den Sabbath. Ich verdamme alle jüdischen Setten, das Fest Mordachais und Hamans und vor allen den Messias, den die Juden erwarten. Ich glaube an die Transubstantiation; und wenn ich dies Bekenntniß nicht von ganzem Herzen ablege, und wenn ich je mit den Juden Umgang habe, sei es, daß ich in ihre Synagoge gehe, oder mit ihnen esse, so bitte ich Gott, daß alle Flüche des Gesetzes über mich kommen mögen, daß mich treffe die Angst Kains und der Aussatz Gehasts, und daß meine Seele zur Hölle fahre." Nun das ist eine Kirche, die sich eine christliche nennt, eine Kirche, welche das Gebot empfing, mit der Predigt des Evangeliums von dem Herrn Jesu Christo bei den Juden anzuheben. Aber ach! es ist nicht die griechische Kirche allein, welche wir als eine solche betrachten müssen, die der Bekehrung der Juden Steine des Anstoßes in den Weg legt; wir müssen auch auf die römische Kirche sehen, und da spreche ich ohne Zögern meine Ueberzeugung aus, daß der Bilderdienst und die abergläubischen Ceremonien in der römischen Kirche ein anderes von den großen Hindernissen für den Juden ist, das Christenthum anzunehmen. Ich zweifle nicht, daß viele von uns von jenem merkwürdigen Concil gehört haben, welches im siebenzehnten Jahrhundert von den JudenUn- MNö gehalten wurde, zu einer Zeit als Ungarn und die Türkei mit