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Dibre Emeth · 1855-01-01 · 7-8 (1855) · page 18

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
11 (1855)
Issue
7-8 (1855)
Date
1855-01-01
Page
– (sequence 18)
Language
German
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114 Spiele besungen, dann werden wir in den Kreis der Weisen geführt, welche über die Entstehung derWelt, über „der erhabnen Götter Wesen und des Lebens Macht und Höhen," philosophiren. Der Greis Alkmaon erhebt den Führerstecken. Alles schweigt. Er fordert Alle zum Reden auf, die Etwas über den großen Gegenstand zu sagen wissen; aber Jeder soll frei reden, wle er denkt. Diesem Worte Alkmäons folgt Beifall, und „inmitten tiefen Schweigen" verkündet der erste Sprecher „kräftig Hellas alte Götterlehre," wie Chronos, der Zeiten Vater, den Ursprung giebt, wie dann Uranos und Gaia die mächtigen Erzeuger aller Götter und Göttinnen werden, die nun alles Andere zu schaffen beginnen, und das Weltall nach gehesmem Rathschluß der verborgnen Schicksalsgöttinnen weise regieren, bis nach dem Befehle der Änanke (Nothwendigkeit) alles Seiende vergeht und das Nichts an dessen Stelle thront. Hierauf erhebt sich einer aus Jaons Söhnen mit einem giftigen Höhnen um den Mund, und verkündet, daß nur „die eherne Ananke" (Nothwendigkeit) die Mutter aller Wesen ist. Ihm tritt ein Sikuler entgegen und beweist aus der Mannigfaltigkeit und dem regellosen Walten', daß der Zufall die Welt geschaffen habe; Zufall sei es, was man Natur nenne. Triumphircnd setzt er sich nieder; da hebt ein ernsthafter Italer würdig an: „Ist das Alles Dein Einwand? Welch ein schaler!" und beweist dann, daß in Allem Ordnung und Maß ist, und schließt daraus, daß die Zahl die Göttin ist, die alle Dinge ins Dasein rief, und „gezählet und gemessen" mit einem ewigen Ringe umschließt. Noch hat er nicht ganz vollendet, da springt ein Coer von seinem Sitze und predigt den Zweifel. Jetzt schweigen Alle, bis ein Indier sich langsam von seinem Sitze erhebt und Brahma als den verkündet, in welchem der Gedanke dieser Welt der Wesen aufstieg, und nun unaufhörlich forlgestaltet. Schiwen jedoch waltet mit mächtigem Schwerte ewig im Zerstören, und damit nicht wieder vergehe, was geworden, muß Wischnu mit gleicher Wage zwischen beiden richten. Darum muß man diesen drei Gewalten dienen und ihnen Opfer bringen. Ihm tritt ein schwarzgelockter Perser entgegen und predigt nur zwei Gewalten, Ormuzd, den Gott des Lichts und des Lebens, und Ahriman, den Gott der Finsterniß und des Todes; beide sind einander an Macht gleich. Darum soll man das Feuer heilig halten und gut und rein handeln, denn wenn Ormuzd's Reich vergrößert wird, so könnte er doch einmal Sieger sein. Nun erhebt sich einer aus Elea und weist nach, daß Alles, was bisher gesprochen, sich in demselben Kreise drehe, daß es nach des eignen Geistes Geheiß wahr und unwahr sei; denn nur in Gegensätzen begreift der Mensch, darum kann er auch nie etwas selbst erkennen. Nun endlich schreitet „aus dem Grunde" eine hohe Mannsgestalt langsam durch die Menge und macht in der Mitte Halt. Schweigen fällt auf die Versammlung, wie sie ihn majestätisch dastehen sieht,

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