Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 11 (1855)
- Issue
- 7-8 (1855)
- Date
- 1855-01-01
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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113 will in des Einzigen Dom seine Götzensäulen pflanzen; Juda wehrt sich, der Tempel wird erobert, da wirft der letzte Priester das Beil auf den Römer und stirbt rufend: „Dir, Israel Heil. Ja wir hören und thun." Der Römer triumphirt, aber alle von Abrahams Stamme müssen in Bann und Knechtschaft wandern. „Aber all' von Jbris Stamme, Eh' sie in die Fernen wandern, heben schwörend ihre Rechte: „„Wir von Abrahams Geschlechte, Herr, wir hören und wir thun!"" Welche fürchterliche Anklage gegen Gott, den Wahrhaftigen, Gerechten und Heiligen! Die Haare müssen einem zu Berge stehen. Der Herr spricht durch Moses (5 Buch Mos. 29): wenn die Fremden das Land Israels verwüstet sehen werden, so werden sie fragen: Warum hat der "Herr diesem Lande also gethan? Was ist das für so großer, grimmiger Zorn? Und die Antwort wird sein: Darum, daß sie den Bund des Herrn, ihrer Väter Gott, verlassen Haben, den er mit ihnen machte, da er sie ans Egyptenland fiihrete, und sind hingegangen nnd haben gedienet andern Göttern und sie angebetet; solche Götter, die sie nicht kennen, und die ihnen nichts gegeben haben; darum ist des Herrn Zorn ergrimmet über dies Land, daß er über sie hat kommen lassen alle Flüche, die in diesem Buch geschrieben stehen. Und der 'Herr hat sie ans ihrem Lande gestoßen mit großem Zorn, Grimm und Ungnade, und hat sie in ein anderes Land geworfen, wie es stehet heutiges Tages. Das Geheimniß des Herrn, unseres Gottes, ist offenbar uns «nd unfern Rindern ewiglich, daß wir thnn sollen alle Worte dieses Gesetzes. (V. 24—29.) Der Herr also spricht, das Land ist um der Sünden willen seiner Einwohner verwüstet, und diese hat deswegen der Fluch getroffen; aber Herr Philippsohn sagt: Nein, lieber Herr Gott, Du irrst Dich, uns hat das Leiden getroffen, weil wir allezeit gesprochen und auch gehalten haben: „Wir hören und wir thun." O schmähliche Gotteslästerung! Welches Unheil ladest Du auf Dich! Doch vielleicht meint es Herr Philippsohn anders? Nun hören wir ihn selbst. Er wirst zum Schluffe selbst die Frage auf: „Ob sie ihren Schwur gehalten?" Und antwortet: „Fragt Hispanien, fraget Rom, Fragt des deutschen Kaisers Walten, Fraget Polens Weichselstrom, Gallien sah, was sie gelitten. Und das Land der freien Britten — Doch ob Schmach und Scheiterbrand Höher heben sie die Hand: „„Lassen sie uns niemals ruh'n, Immer hören wir und thun."" Herr Philippsohn bleibt also dabei, Israel hat nicht nur gehört, sondern auch gethan. Mag er es vor Gott verantworten. Wir hatten das Vorstehende eben geschrieben, als uns Nr. 39 der Allgemeinen Zeitung des Judenthums gebracht wurde. Sie bringt uns noch einen sechsten Gesang. Geist und Sinn desselben ist wie in den vorigen Gesängen. Zunächst werden die Olympischen Dihre Emeth 1855. 8