Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 11 (1855)
- Issue
- 7-8 (1855)
- Date
- 1855-01-01
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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112 daß das Volk, obschon-tief gebeugt von Knechtschaft, doch bereit war Alles zu thun, was ihm der Herr gebieten werde. Er singt: „Tief war Dein Geist gebeugt durch Sclavenbürde, Dich lockte rings der Völker Lustgebahren, Und doch, beherrscht von Deiner Ahnenwürde, Wollt'st Du der Ahnen Kunde wahren. Kaum ist das Wort, das göttliche, gesprochen, Da rufst Du wie mit einer Lippe Rühren, Als ob die Flamme Deinen Geist durchbrochen: „„Wir wollen hören und vollführen."" Und jubelnd rollt der Donner, Blitze zücken Durch Wolk' und Rauch, die Horeb's Haupt umhüllen: „„Du hast's gelobt — o wird das Schwere glücken, Dies Dein Gelöbniß zu erfüllen?"" Herr vr. Philippsohn meint es. Er besingt nun, wie des Volkes Schwur bei der majestätischen Erscheinung der Gesetzgebung zwei Mal ertönte: „Wir hören und thun." (Wir wissen nur von einem Male, dazu veranlaßt aus Furcht vor dem Tode.) Dann singt er uns vor, wie es auf Moabs Gefilde, als Moses vor seinem Tode ihm, auf Befehl Gottes, seine künftigen Schicksale in einem Gesänge ankündigen und denselben zum Zeugnisse wider sie ausbewahren mußte, wiederum mit Einem Munde gerufen habe: „Wir hören und thun." (Wir finden in unserer Bibel keinen solchen Ausspruch bei dieser Gelegenheit, wohl aber die bestimmte Weissagung, daß Israel den Herrn, seinen Gott, fahren lassen, ihn lästern und fremden Göttern dienen, deswegen aber auch der Strafe nicht entgehen werde. Dann allerdings fordert Moses sein Volk auf, alle diese Worte zu Herzen zu nehmen, damit sie ihren Kindern befehlen, das ganze Gesetz zu halten und zu thun). Auf Mizpah's Feld, da der greise Josua das Volk um sich versammelt und spricht: Ich und mein Haus, wir wollen dem Herrn dienen, da ruft Israel wieder mit Feuermuth: „Wir sind in seiner Hut — Wir hören und thun." (Herr Philipp sohn muß hierbei doch bekennen, daß Juda manche Schlacht geschlagen, auch sich dadurch verschuldet hat, daß es die Götter der Helden nicht vertilgt hatte; also im Widerspruche mit sich selbst.) Als des Elias Opfer vom Feuer, das vom Himmel fiel, verzehrt wurde, singt uns Herr Philippsohn wieder vor: Da sank das Volk auf das Knie und schrie: „Der Ewige ist Gott! Der Ewige ist Gott! Wir hören und thun." (Das Elftere that es allerdings, aber ob es auch gesprochen: Wir wollen hören und thun? davon sagt uns die^ Schrift nichts. Es mag sein, daß es also gesprochen, dann aber hat es das Gelübde eben so wenig gehalten, wie vorher, denn nicht zu lange darauf wurde Israel in die Gefangenschaft geführt, aus der es bis heute noch nicht wieder zurückgekehrt ist, ja es ist sogar bisher noch nicht ermittelt worden, wo diese zehn Stämme geblieben sind.) Als Judas Makkabäus sein Volk zum Kampfe wider Antiochus und die Syrer auffordert, da dröhnet es wiederum laut daher: „Herr, wir hören und wir thun." Der Römer kommt und