Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 11 (1855)
- Issue
- 7-8 (1855)
- Date
- 1855-01-01
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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111 man ihn auch nicht entbehren kann, sich seiner doch schämen werde; wie jedem Makel ein dauernd Schmachwort, und jedem Fehltritt Fluch folgen werde. (Hier hat sich der gute Abraham doch in manchem Stücke geirrt und tritt mit der spätem Offenbarung in schroffsten Gegensatz. Gewiß ist Israel geächtet, oft zum Knechte erniedrigt worden, und ist es zum Theil noch, auch Schmachwort und Fluch hat das Volk im reichsten Maaße getroffen; aber nach der spätem Offenbarung, nach den klarsten Aussprüchen Moses und der Propheten, soll ja das Alles nur über Israel kommen, wenn es das Wort deö Herrn verwirft, dagegen soll es das erste und angesehendste Volk unter allen Völkern der Erde sein, wenn es dem Herrn treu sein werde und in seinen Geboten wandeln.*) Eins kann daher nur wahr sein, entweder das Gesicht Abrahams, das uns Herr Philippsohn vorführt, oder die spätere Offenbarung, die Moses und den Propheten von Gott selbst gegeben wurde; wir werden uns hoffentlich Alle für die letztere entscheiden, und. es Herrn Philippsohn überlassen, wie er seine Gotteslästerung einst vor dem gerechten Richter zu verantworten gedenkt. Auch ist es nicht wahr, daß man sich des Namens Abrahams schämt. Alle Völker rühmen sich seiner, nicht allein die Juden, sondern auch die Christen und Muhamedaner.) Doch Abraham läßt sich durch Alles nicht abschrccken, er besteht daraus, der Bote des Herrn sein zu wollen und ist des Sieges gewiß, darum fährt er fort und spricht: „Doch innen in deS Herzens Kammern Wird doch zum Jubel jedes Jammern, Und in der Wahrheit langem Kriege Die Niederlage selbst zum Siege, Mein Werk ist für der Zeiten ganze Reih'n, Und an ihm werd' ich ewig sein, Ich werde steh'n auf meiner Feinde Trümmern, Mil neuem Morgen nach des Abends Schimmern.... Drum sende mich, Herr keinen andern, Ich kann nicht anders, sollt' ich immer wandern... . Da scholl' der Sang durch Weltalls Raum Von Erdensaum zu Erdensaum: Der mit allmächt'ger Kraft Den Frieden schafft In seinen Höhen, Er wird, ohn' Fehl, Auch seinem Volke Israel Inmitten aller Völker Schaar Den Frieden schaffen immerdar." (Ganz gewiß, wenn es sich von ganzem Herzen zu Gott bekehren und nach 3 Buch Moses seiner und seiner Väter Missethat bekennen wird. Vergl. 5 Buch Moses 4, 30, und 30, 2, wie viele andere Stellen.) Im fünften Gedicht wird's wo möglich noch arger. Nachdem Herr Philippsohn den Berg Horeb und die majestätische Erscheinung Gottes auf demselben besungen und auch die frühere Erscheinung, die Moses daselbst wurde, erwähnt hat, hebt er hervor, *) Vergleiche unter den Tausend Stellen nur 3 Buch Moses 26; 5 Buch Moses 27 — 30; die ganze Geschichte der Richter. Doch wo sollten wir enden, wenn wir alle Stellen anführen wollten; alle Propheten sind voll davon.