Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 11 (1855)
- Issue
- 7-8 (1855)
- Date
- 1855-01-01
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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110 vor ihm vorbei. Und warum sind seine Hände leer? Er hat das Schwert nicht ergriffen, obschon seine Hand es führen kann. (Ist 1 Mose 14 nicht wahr, sind die vielen Kriege nicht wahr, die Israel geführt hat? Denn die Ahnen repräsentiren ja die von ihnen abstammende Völker.) Auch hat er nicht den Meißel dem Marmorblock für Götter geschliffen. (Was mag nur Herr Philippsohn aus dem goldenen Kalbe in der Wüste, dem Moloch und dem ganzen scheußlichen Götzendienste Judas und Israels machen? Wie mag er nur Hesekiel 8 erklären?) Und er hat auch den Kiel verschmäht, der um schnöden Lohn die Meere durchschneidet. (Was sollen wir nun aus der Schifffahrt zu Salomos ' und Anderer Zeiten machen? Was aus dem großen und selbst von Herrn Philippsohn so oft gepriesenen Handel Israels? Ist das Alles nur Phantasie, Einbildung, Täuschung?) Auch mag er nicht die Sterne zählen. (Waren nicht die Väter mit dem Laufe der Gestirne vertraut? Hatte Israel niemals Sternkundige unter sich? In der Zeitung des Judenthums ist oft schon von den großen Astronomen Israels die Rede gewesen. Beides kann nun aber nicht wahr sein, eines muß unwahr sein.) Der Herr, Abraham also mit leerer Hand sehend, spricht nun zu ihm: „Und da du aller Herrschaft hast entsagt Und aller Menschenherrlichkeit, Was soll es sein, das in des Lebensstreit Dein allzu kühner Muth erjagt?" (Aecht dramatisch.) Da sinkt denn nun Abraham (wiederum ächt dramatisch) auf dem Gewölle vor des Herrn Worte nieder, faltet seine Hände zum ewigen Hort empor und betet leise, und betet immer wieder: „Nichts, Herr, als dich laß mich erkennen, Mein ganzes Volk nach Deinem Namen nennen, Die Wahrheit laß mich in der Welt verkünden, Das rechte Wort für Recht und Liebe finden — Dein Bote sei ich und kein Andrer, Und wär' es auch als ew'ger Wand'rer...." Gott fragt nun Abraham, ob er auch wisse, um was er flehe; was er deshalb, weil er sein Bote sein wolle, würde leiden müssen? Abraham antwortet, er wisse Alles gar wohl: er wisse, wie die Menschheit die Wahrheit verkehren und ihre Verkünder ächten werde; wie man ihn noch im hundertsten Gliede zum Knechte erniedrigen, sein Wort und seine Lehre nehmen, aber sich seines Namens schämen, und wenn