Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 11 (1855)
- Issue
- 7-8 (1855)
- Date
- 1855-01-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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109 und Meer nicht die göttliche Lehre, sondern Abraham und dessen Nachkommen, daS Volk Israel. Meint er aber das, so mag er doch die Güte haben, uns geschichtlich nachzuweisen, zü welcher Zeit Israel, das allerdings wie ein Strom sich in allen Ländern ausbreitet, den Völkern die Erkenntniß Gottes, und somit Segen, Trost und Frieden gebracht hat. Weiß denn Herr Philippsohn nicht, daß, wenn man sich aneignet, was einem Andern gehört, das ein Diebstahl oder Raub ist.? Wir Christen werden es niemals leugnen, daß unsere Gotteserkenntniß und unser Heil von den Juden kommt; aber wahrlich nicht von den Juden, welche durch die Römer aus ihrem Lande vertrieben und unter die Völker der Erde zerstreut worden sind, sondern von Jesu und dessen Jüngern, die allerdings Juden waren, aber gerade der Lehre wegen, die nun den ganzen Erdkreis erfüllt, als Gotteslästerer und als ein Auswurf der Menschheit von den Juden verachtet und verworfen wurden. Und tritt nicht Herr Philippsohn mit sich selbst in Wiederspruch, wenn er es immer wieder und wieder als einen Vorzug Israels rühmt, daß es niemals Versuche gemacht, andern Völkern seine Religion aufzudrängen, oder Missionare unter sie zu senden und ihnen das Heil Gottes zu verkündigen? Doch wir kommen nachher wohl noch einmal hierauf zurück, jetzt wollen wir weiter hören. Der Inhalt des vierten Gedichts ist der: Am ersten Schöpfungsmorgen erscheinen die Ahnen der Völker, die einst den Erdkreis bewohnen werden, vor Gott, um zu empfangen von ihm Befehl zu ihrem Thun. Die Werke, wie die Zeit sie schaffen und bilden sollte, erschienen ihnen in Bildern, und nun ergriff jeder dieser Stammesriesen mit seinen Gedanken das Bild, das ihm der Herr zuwies, bis die Zeit der Ausführung kam. Jetzt werden die Werke Indiens, Phöniciens, Egyptens, Griechenlands und Roms geschildert, wobei auch das Kreuz und der Halbmond genannt wird. (Sind alle diese Werke von Gott den Völkern zugewiesen, was können dann die Völker dafür, und warum beklagt sich dann Israel über Verfolgung?) Doch unter allen steht Einer abseits still gewärtig auf seine Gabe, und als alle Andern die ihre empfangen haben, sieht er keine in seiner Hand. Verachtend und zürnenziehen die Helden