Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 11 (1855)
- Issue
- 7-8 (1855)
- Date
- 1855-01-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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104 schreibt sogar der Berichterstatter aus Berlin, daß er wegen der Angriffe auf die sogenannten Neuorthodoren einen Prozeß gehabt habe, wobei er zu einer Strafe von 5 Rthlr. verurtheilt worden sei, freut sich aber den Sieg über diese Partei errungen zu haben. Wo ist da die gepriesene Einigkeit, und wo soll sie bei solchem Subjectivismus ohne positiven Grund Herkommen? Nicht geringer ist die Verwirrung in Betreff der Schulen. Herr Philippsohn dringt in dem berührten Artikel auf Errichtung von Schulen, womit er doch nur specifisch jüdische meinen kann, wie er dies so oft schon in seiner Zeitung ausgesprochen hat, denn er fügt sogleich hinzu: „und wo diese nicht —doch wohl organistrte Religionsschulen im großen und kleinen Maßstabe." Aber in Nr. 25, Seite 323, wird in einer Mittheilung aus Rotterdam den sogenannten Staatsschulen, aus welchen aller Religionsunterricht verwiesen wird, das Wort geredet, und dabei gegen die orthodore Partei der Regierung, welche das specifisch christliche Prinzip beibehalten wissen will, tüchtig losgezogen. Ja man discutirte sogar in einer Versammlung darüber, ob man eine Adresse an die Kammern richten solle in dem Sinne: das christliche Prinzip aus dem vorliegenden Gesetz-Entwürfe des Schulwesens wegzulassen. Ganz abgesehen davon, daß solche Schulen niemals werden allgemein werden, und wenn sie wirklich ins Leben gerufen werden sollten, nicht von langer Dauer sein können, indem das religiöse Bewußtsein sich dagegen erheben muß, wie wir dies schon früher in dem Artikel über Emanzipation nachgewiesen haben, spricht sich darin auch zugleich die allergrößeste Intoleranz aus gegen die christliche Kirche, ja das Bestreben, dieselbe, wie überhaupt alles Positive, und somit auch die Synagoge zu vernichten und zu vertilgen. Denn die Schule ist die Pflanzstätte der Kirche, in welcher ihre Glieder erzogen werden. Daher können wir der Allg. Zeitung deö Judenthums auch nur beistimmen, wenn sie aus specifisch jüdische Schulen dringt, Kirche und Synagoge müssen sich gegen religionslose Schulen erheben und sie bekämpfen; thun sie das nicht, so ist das ein Beweis, daß sie entweder schlafen, oder gar tobt sind. Thut die Kirche nun aber ihre Pflicht, dann erheben die sogenannten Liberalen, auch die Allg.